Abendroutine & Einschlafbegleitung mit zwei Kindern

[Biene 4 Monate, Tiger 34 Monate -> da Routinen und vor allem die Einschlafbegleitung immer Momentaufnahmen sind]

Beide Kinder zu Bett bringen war in den ersten Wochen eine für mich alleine fast unschaffbare Aufgabe. Zumindest einer weinte immer, manchmal auch wir alle drei, ich war sehr gestresst und der Abend dauerte dann immer ewig.. Ein harmonisches Miteinander ist ganz klar war anderes. Da ich abends mit den beiden doch öfter alleine bin, suchte ich nach einer Lösung und schön langsam habe ich das Gefühl, dass sich alles einspielt. Ich kann die Einschlafbegleitung auch alleine mit beiden Kindern genießen und es läuft alles sehr entspannt ab. Unser Weg dahin war gar nicht so einfach..

Als erstes führte ich fixe Schlafenszeiten für den Tiger ein, da selbstbestimmtes Schlafen momentan nicht funktioniert. Unsere Biene schläft vor allem abends nicht ohne mich, daher kann ich nicht mehr aufstehen, sobald sie im Schlafzimmer schläft. Unser Tiger muss deswegen vor ihr schlafen gehen und das macht er natürlich nicht freiwillig.. Er liebt seine kleine Schwester abgöttisch und möchte am liebsten keine Sekunde mit ihr verpassen – vor allem wenn die Alternative (nämlich schlafen) in dem Alter nicht unbedingt ansprechend ist. Und so habe ich einfach mal angefangen unseren Tiger genau zu beobachten. Dadurch wusste ich nach einigen Tagen ganz genau, wann er abends seine Tiefpunkte hatte und auch, wann er wieder aufgedreht wurde. Da er jeden Tag zwischen 5 und 6 Uhr aufsteht, unabhängig davon wann er schlafen geht, macht sich die Müdigkeit auch jeden Abend ziemlich um die gleiche Zeit bemerkbar.

Nach wenigen Tagen wusste ich also gegen 18:30 Uhr ist der optimale Zeitpunkt fürs Bett und so baute ich unsere Abendroutine drum herum auf. Um 17:30 Uhr gibt es Abendessen – diese Mahlzeit nehmen wir meistens alle gemeinsam ein. Der Tigerpapa kennt fixe Essenszeiten von zu Hause nicht und so war es auch für ihn ungewohnt, dass er nach Uhrzeit essen sollte. Doch ich finde es wichtig, dass die Familie einmal am Tag zusammen kommt und sich dann austauschen kann und somit bestehe ich auf unser 17:30 Uhr Abendessen. Danach wird schlaffertig gemacht – heißt für den Tiger Zähneputzen, wickeln, umziehen. Wenn unser Tiger bereit für das Bett ist, spielen wir manchmal noch gemeinsam ein Gesellschaftsspiel. Meist sagt er aber selbst schon, dass er müde ist und schlafen gehen möchte. Bis hierher laufen die meisten Abende gleich, entweder zu viert oder eben nur zu dritt.

Wenn der Tigerpapa zu Hause ist, achte ich darauf, dass unsere Biene satt, gewickelt und zufrieden ist oder (was um die Zeit eigentlich nicht vorkommt) schläft – dann hat es der Tigerpapa etwas leichter (sie macht es ihm als Mama-Mäderl schwer genug). Ich kuschle mich zum Tiger und wir lesen noch gemeinsam.
Ist der Tigerpapa nicht zu Hause oder der Tiger besteht darauf, dass unsere Biene mitkommt, dann kommt sie natürlich mit zum Lesen. Dann fällt das Kuscheln leider meist etwas weniger intensiv aus, denn unsere Biene muss immer wieder während des Lesens angelächelt werden, damit sie Gefallen daran findet *haha*. Zwischendurch wird aber immer wieder gekuschelt.

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Ich setze mich also gegenüber von unserer Biene hin und der Tiger schaut dann bei mir mit. Wenn wir mit Lesen fertig sind oder es mit der Biene absolut nicht mehr geht, schalten wir das Licht aus und ein Hörspiel ein. Ich setze mich auf einen Sessel neben dem Bett und stille die Biene oder schaue, dass sie möglichst ruhig ist. Das Hörspiel haben wir noch nicht lange, aber es klappt unglaublich gut, denn der Tiger schläft schnell damit ein. Zwischen 18:30 und 19:00 Uhr schläft dann unser Tiger und seit einiger Zeit (bis auf wenige Nächte) sogar bis in der Früh durch! Nachdem unser Tiger eingeschlafen ist, schleiche ich mich mit unserer Biene raus (der Tiger weiß aber, dass ich warte bis er schläft und dann ins Schlafzimmer gehe).

Es gibt aber auch Abende, wo es mit unserer Biene einfach nicht möglich ist, dass ich im Zimmer bleibe, bis unser Tiger schläft.. Ich sage ihm dann noch Gute-Nacht und lasse die Türe ganz offen. Oft schläft unser Tiger alleine ein. Meistens ruft er dann noch ein paar Mal und ich schaue nach ihm. Irgendwann schläft er aber dann ein, es dauert aber meist etwas länger.

Gegen 20:30 Uhr hat unsere Biene ihren Müdigkeitseinbruch, sie besteht dann auf´s Schlafen gehen und fordert das auch lautstark ein. Im Wohnzimmer stillen oder so klappt gar nicht mehr, sie möchte ins Schlafzimmer. Sie bekommt also dann ihre Nachtwindel und den Schlafanzug und wir verziehen uns ins Schlafzimmer. Ich stille sie im Liegen, doch da schläft sie meistens nicht ein, sondern dockt irgendwann ab und ist wieder wach. Ich setze mich dann etwas aufrecht hin, sie kuschelt sich auf mich und schläft dann meistens ein während ich lese – scheint wohl nicht so spannend zu sein *hihi*. Ich wippe nebenbei oder „klopfe“ leicht auf ihren Po, das beruhigt sie und lässt sie leichter einschlafen. Unsere Biene hat noch keinen festen Schlafrhythmus – sie trinkt alle 2-4 Stunden, schläft aber meistens gleich weiter. Momentan wird sie alle 1-2 Stunden wach – ich denke, es liegt am nächsten Entwicklungsschub.. Oder an den Zähnen.. Oder sie wächst *haha*. Morgens ist unsere Biene dann zwischen 6 und 9 Uhr wach.

So laufen jetzt im Großen und Ganzen alle unsere Abende ab und ich genieße diese Routine und die „Ordnung“ sehr. Auch unser Tiger konnte diese neue Abendroutine sehr gut annehmen. Ich bin unglaublich erleichtert, dass das jetzt wieder so gut funktioniert und ich mir nicht den ganzen Tag Sorgen machen muss, wenn ich weiß, dass ich abends alleine mit meinen beiden bin!

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Selbstbestimmtes Schlafen mit fast 2,5 Jahren

Ich habe das Gefühl, dass unser Tiger auf den nächsten großen Entwicklungssprung zusteuert – den letzten merkbar großen Sprung hatte unser Tiger mit etwa *2 Jahren*.

Ich möchte euch heute von unserer wohl größten Veränderung erzählen, nämlich unsere Schlafsituation. Da unser Tiger nachts immer sehr schlecht geschlafen hat, habe ich mich nie ganz über selbstbestimmtes Schlafen-lassen getraut. Wenn unser Tiger sehr übermüdet ins Bett gegangen ist, hat er meist noch schlechter und unruhiger geschlafen und daher habe ich immer zumindest zu einem Teil in seine Schlafroutine eingegriffen. Aber ihr werdet es kaum glauben, aber seit einigen Tagen schläft unser Tiger durch. Ja, DURCH! Ihr habt richtig gelesen! Und nicht 5 oder 6 Stunden, mit denen ich bis jetzt sehr glücklich war, sondern die gesamte Nacht von abends bis am nächsten Morgen! Ohne mein Zutun hat es plötzlich von einem Tag auf den anderen geklappt.

Dadurch hat sich unsere gesamte Schlafroutine sehr verändert. Was die Sache mit dem *Mittagsschlaf* angeht, habe ich natürlich vom ersten Tag des selbstbestimmten Schlafens verloren – ich habe einfach keine Chance mehr, unseren Tiger auf annähernd freiwillige Basis zum Mittagsschlaf zu bewegen *haha*.

Weiters schläft unser Tiger jetzt jede Nacht im Beistellbett auf der anderen Seite des Betts. Das war der einzige Schritt, der nicht von unserem Tiger ausgegangen ist, sondern von mir. Da unser Tiger sehr unruhig schläft, hat er mich immer wieder nachts getreten und das wurde mir einfach mit wachsendem Babybauch zu gefährlich.. Außerdem hat er mich damit ständig geweckt und da mein Schlaf vor allem in den letzten Wochen katastrophal war, habe ich auf diese „räumliche Trennung“ bestanden.. Mittlerweile akzeptiert er es an den meisten Abende anstandslos und ist auch ganz stolz, dass er die ganze Nacht im Tigerbett geschlafen hat – morgens kommt er aber natürlich ins Bett kuscheln!

Auch die Einschlafbegleitung abends hat sich sehr verändert. Ich achte darauf, dass unser Tiger zeitig schlaffertig ist – also baden, Zähneputzen, umziehen habe ich gerne zwischen 19 und 19:30 Uhr erledigt. Wenn es später wird, ist unser Tiger einfach schon zu müde, um dann noch kooperieren zu können und diese abendliche Routine wird viel schwieriger. Danach legen wir uns meist gemeinsam ins Bett und lesen – eingeschlafen ist er dabei schon länger nicht mehr. Meistens möchte er dann nochmal aufstehen und ich stelle es ihm frei. Er kann entweder „jetzt“ mit mir gemeinsam schlafen gehen oder er bleibt auf, solange er möchte, hat „alleine-Spielzeit“ und geht dann auch alleine schlafen, wenn er müde genug ist. Das funktioniert wirklich sehr gut (zu meiner großen Überraschung). Natürlich bedeutet „alleine-Spielzeit“ nicht, dass er nicht zu mir kommen kann oder ich ihm nicht helfe, sondern dass ich eben meinen eigenen Interessen (meistens lesen oder noch etwas aufräumen) nachgehe. Meist spielt er dann noch so 20-30 Minuten, kommt dann zu mir und sagt mir, dass er müde ist und schlafen gehen möchte. Ich begleite ihn noch ins Bett, decke ihn zu, es gibt Gute-Nacht Bussis und ich gehe aus dem Schlafzimmer – Türe bleibt offen. Außerdem schalten wir seine Schildkröte ein, die unser Tiger letzte Woche bekommen hat. Die Schildkröte macht etwas Licht und wirklich sehr beruhigende Musik, unser Tiger mag sie sehr gerne.

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Die ersten Abende hat er noch öfter nach mir gerufen, dann gehe ich natürlich zu ihm. Die letzten Tage hat er aber nicht mehr nach mir gerufen, sondern war innerhalb weniger Minuten alleine eingeschlafen!

Ich bin sehr fasziniert, wie unkompliziert diese Veränderungen gekommen sind. Unser Tiger kann seine eigene Müdigkeit sehr gut einschätzen und sagt dann auch wirklich Bescheid, dass er schlafen gehen möchte! Ich bin froh, dass ihm das gemeinsame Lesen trotzdem noch wichtig ist, denn das würde mir abends doch sehr fehlen. Ich bin sehr gespannt, wie lange diese Schlafsituation so bleibt – denn nichts verändert sich so schnell wie das Schlafverhalten von Kinder!

Mit der Geburt unserer Biene hat sich allerdings wieder alles verändert – den Beitrag habe ich kurz, bevor es los ging mit der Geburt verfasst, ich möchte ihn euch aber trotzdem nicht vorenthalten. Es dauert jetzt sicher wieder eine ganze Zeit lang, bis wir eine neue Schlafroutine gefunden habe, denn es läuft sehr chaotisch bei uns zu viert *hihi*. Natürlich halte ich euch am Laufenden!

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Die etwas andere/chaotische Einschlafbegleitung

Unser Tiger hatte schon immer Probleme mit dem Übergang vom Wach-sein in den Schlafzustand, daher war für mich die gemeinsame Einschlafbegleitung immer wichtig und für den Tiger notwendig. In den letzten beiden Jahren hat sich die Art und Weise der Einschlafbegleitung immer wieder verändert. Unser Tiger hat seit einiger Zeit keine Einschlafhilfe mehr, also kein Fläschchen, Schnuller, Kuscheltier, etc. und so war Kreativität gefragt, wie denn das Einschlafen denn funktionieren sollte.

Momentan bestehe ich auf den Mittagsschlaf des Tigers, auch wenn er ihn nicht mehr machen möchte und im Grunde auch nicht mehr braucht, um über den Tag zu kommen. Es gibt aber 2 Gründe, warum ich doch immer wieder daran festhalte:

  1. ist der Tag bei Weitem entspannter, da unser Tiger ausgeschlafener ist – ausgeschlafene Kinder sind ja bekanntlich deutlich pflegeleichter *hihi*
  2. ohne Mittagsschlaf ist unser Tiger abends einfach nur müde – er geht dann zwar früher, aber richtig übermüdet ins Bett und schläft die ganze Nacht sehr unruhig..

Die letzten Wochen hat sich bei uns so etwas wie eine Ereigniskette eingespielt, die nach außen hin vermutlich sehr chaotisch wirkt, aber funktioniert. Unser Tiger geht zwar dadurch nicht 100%ig selbstbestimmt ins Bett, doch werden die Bedürfnisse auf beiden Seiten berücksichtigt und das Schlafengehen nicht zum Kampf, sondern ist eben einfach entspannt chaotisch *hihi*.

Auf geht´s zum Mittagsschlaf
Wenn ich merke, dass unser Tiger mittags müde wird (meist so zwischen 13 Uhr und 14:30 Uhr) kündige ich ihm eine Rastzeit an und wir schauen, dass wir wickeln und zum Schlafen umziehen. Auch das Licht beim Aquarium geht aus, da die Fische rasten und unser Stubentiger schläft auch meistens um die Mittagszeit. Danach legen wir uns ins Schlafzimmer und lesen – gelesen wird, so lange unser Tiger möchte und dabei liegen bleibt und zuhört. Im Idealfall und das kommt mittlerweile doch recht oft vor, schläft er beim Vorlesen ein.

Wenn ich merke, dass er während des Lesens immer unruhiger wird und noch nicht liegen bleiben kann, muss er nicht und es geht in einer der beiden folgenden Richtungen weiter. Wenn ich müde bin und eine Auszeit brauche oder er sich für das große Geschäft zurückziehen will, steht er nochmal auf und geht ins Kinderzimmer spielen. Wenn er bereit ist zum Rasten, also liegen bleiben und (mehr oder weniger) leise sein kann, kommt er und kuschelt sich zu mir. Je nachdem, wie müde ich bin, lesen wir nochmal oder eben nicht (meistens eigentlich nicht, weil ich schon fast schlafe *haha*). Meist schläft er dann mit Musik ein oder steht nochmal auf, kommt wieder, und so weiter bis er einschlafen kann. Bis er schläft, bin ich oft schon ausgerastet und kann die Zeit dann nutzen – meist schlafe ich aber einfach mit.

Wenn er noch im Bett hüpfen und/oder ich noch was in der Wohnung machen möchte, stehe ich nochmal auf, unser Tiger bleibt im Schlafzimmer – bis jetzt hatte wir nicht den Fall, dass er alleine raus kommt, aber er kann mich natürlich jederzeit rufen und die Türe bleibt offen. Manchmal schläft er irgendwann alleine ein, meistens aber ruft er mich, wenn er dann so weit ist zum Schlafen und wir schalten Musik ein. Auch so kann es vorkommen, dass ich nochmal aufstehe und etwas warte, bis er wirklich müde genug ist.

Es gibt aber auch Tage, an denen kann er einfach nicht einschlafen.. Schläft er bis spätestens 15:30 Uhr nicht, lassen wir es dann meist gut sein und er macht keinen Mittagsschlaf.

Es kann schon vorkommen, dass vom Beginn bis zum richtigen Schlafen 1-2 Stunden vergehen. Aber das ist in Ordnung, da auch ich meine Bedürfnisse (wie z.B. schlafen oder aufräumen) nicht immer, aber doch recht oft berücksichtigen kann.


Und abends dann?
Wenn unser Tiger tagsüber nicht einschlafen konnte, schläft er immer beim Lesen ein, da er wirklich müde ist. Ich denke aber, dass beim richtig schnellen Einschlafen die Verarbeitungszeit des Tages einfach fehlt und er dadurch nachts sehr unruhig schläft – oft aufweint, viel spricht, sich viel bewegt..

Wird tagsüber gerastet, egal wie lange, gehen wir dann abends zwischen 22 und 23 Uhr gemeinsam schlafen. Vorher noch duschen/baden mit Zähneputzen, umziehen, wickeln, dann geht unser Tiger schon automatisch ins Bett. Dort lesen wir noch gemeinsam, oft schläft er dabei wieder ein, wenn er müde genug ist.

Meistens bin ich aber vor ihm zum Schlafen bereit und schlichtweg zu müde zum Weiterlesen. Dann machen wir das Licht aus, schalten noch Musik ein und schlafen. Er möchte manchmal noch was trinken oder zugedeckt werden, dabei helfe ich ihm natürlich. Ich weiß ehrlich gesagt oft gar nicht so genau, wann oder wie er dann einschläft, da ich vorher schon längst schlafe *haha*.

Also unser Schlafengehen läuft wirklich oft sehr chaotisch ab, aber für uns passt es genau so, wie es momentan ist. Manchmal stressen sich Eltern unnötig was das Schlafengehen betrifft, weil in der heutigen Zeit eben manches gemacht oder eben nicht gemacht wird – ich kenne das noch gut aus unserer Anfangszeit, als der Tiger noch sehr klein war. Doch oft sind es die unkonventionellen Wege, die Ruhe in den Familienalltag bringen und den Druck beim Schlafen heraus nehmen. Jede Familie muss den eigenen Weg finden, der für Eltern und Kinder passt – doch man sollte sich das natürlich Schlafverhalten unserer Kinder vor Augen halten und die eigenen Bedürfnisse den Möglichkeiten des Kindes anpassen.

Literaturempfehlungen zum Thema „Kindlicher Schlaf“ findet ihr *hier*.

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Und tägliche grüßt die Nachtigall..! Zum Schlaf – Teil 2

Vor über einem Monate habe ich euch im Zuge meiner kurzen Schlafserie über unsere Nächte erzählt:
Und täglich grüßt die Nachtigall..! Zum Schlaf – Teil 1

Momentan hat unser Tiger eine ganz intensive Mama-Phase und das wirkt sich auch immer auf unseren Schlaf aus! Mehrmals in der Nacht wird er wach und vergewissert sich, ob ich da bin – teilweise fragt er jede Stunde nach mir! Aber es reicht oft, wenn ich ihm dann antworte oder seine Hand nehme und er kann gleich wieder weiter schlafen. Manchmal muss er sich aber an mich kuscheln, um wieder in den Schlaf zu finden. Durch die fehlenden durchgehenden Schlafstunden ist unser Tiger aber tagsüber sehr müde und schafft es nicht über den Tag ohne Mittagsschlaf – also schläft er seit etwa zwei Wochen wieder jeden Tag etwa 2-3 Stunden am Nachmittag. Da unser Tiger nicht sonderlich viel Schlafstunden insgesamt braucht, geht er jetzt abends nicht vor 21:30 oder 22:00 Uhr ins Bett.

Und das ist auch in Ordnung so, doch es war ein langer Weg für mich, bis ich das so sagen und auch wirklich meinen konnte! Heute im zweiten Teil der kurzen Schlafserie möchte ich euch zwei Bücher vorstellen, die mich durch die schwierigen Schlafzeiten immer wieder begleitet haben und auch ein paar Gedanken dazu mit euch teilen.

Ich will bei euch schlafen! Ruhige Nächte für Eltern und Kinder
Sibylle Lüpold
Dieses Buch ist mir durch Zufall von einer Bekannten geborgt in die Hänge gefallen und durch noch größeren Zufall bei uns geblieben (unser Stubentiger hat es nachts etwas ramponiert und so musste ich ein neues Exemplar kaufen zum Zurückgeben). Anfangs habe ich mich etwas geärgert, doch es konnte nichts besseres passieren, als dass dieses Buch bei uns wohnen bleibt!

Zu kaufen gibt es das Buch *hier*.

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Das Buch ist in 5 große Kapitel, jeweils mit etlichen Unterkapiteln unterteilt – im Großen und Ganzen ist es sehr übersichtlich aufgeteilt.

1.) Vom Schlafen und Schreien
Im ersten Kapitel geht die Autorin grundsätzlich auf den Schlaf unserer Kinder ein, wie er sich von den Erwachsenen unterscheidet und warum oder deckt Fehleinschätzungen auf, wie „was durchschlafen bedeutet“. Es wird auch auf das Schreien der Kinder eingegangen und was es für das Kind bedeutet, wenn es schreien gelassen wird. Anschließend wird die Wichtigkeit des Körperkontakts für das Baby hervorgehoben und Vorteile für das Stillen erläutert. Dabei werden auch immer wieder Erfahrungsgeschichten unterschiedlicher Familien mit eingebunden und auch auf andere Kulturen wird im Vergleich immer wieder in Blick geworfen.

„Der Mensch ist ein biologisches Wesen. Das heißt, das Verhalten eines Babys wird nicht durch kulturelle Normen und Werte gesteuert, sondern durch seine natürlichen biologischen Bedürfnisse. Gerade in unserer zivilisierten Welt ist der erwachsene Mensch schon so sehr beeinflusst, dass er sich oft nicht mehr von seinen Instinkten, sonder von den gesellschaftlichen Vorstellungen leiten lässt. Dies führt zu einer logischen Diskrepanz zwischen den Fähigkeiten eines Säuglings und den Erwartungen seiner Eltern. Ein Baby schreit nicht, weil er verwöhnt oder unerzogen ist, sondern weil es nicht anders kann. […].“

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2.) Co-Sleeping
Wie der Buchtitel vermuten lässt, gibt es ein großes Kapitel zu dem Thema Co-Sleeping, also gemeinsames Schlafen. Die Autorin beschränkt sich dabei aber nicht auf das Familienbett, sondern jede Form des „gemeinsamen in einem Raum“ – Schlafens, auch z.B. Beistellbetten oder Kinderbetten im Schlafzimmer. Dabei wird natürlich auf die Vorzüge des Co-Sleeping für die Kinder wie auch für die Eltern eingegangen. Wichtige Themen wie der plötzliche Kindstod oder das Thema Partnerschaft und Sexualität werden mit eingebunden, ebenso wie wichtige Sicherheitsmaßnahmen erläutert. Es folgen auch wieder Erfahrungsberichte und der Vergleich mit anderen Kulturen.

„Kinder benötigen in den ersten Jahren besonders auch nachts die Nähe einer Bezugsperson. Durch die Dunkelheit werden Ängste und das Bedürfnis nach Geborgenheit noch viel intensiver. Wenn ein kleines Kind die Mutter nicht mehr fühlen oder sehen kann, existiert sie praktisch nicht mehr.“

3.) Begleitung in den Schlaf
In dem dritten Kapitel gibt es zuerst grundsätzlich eine kurze Erklärung, welche Faktoren (wie z.B. tagsüber eine liebevolle Behandlung und einen für das Kind passenden Rhythmus) zum sanfteren Einschlafen führen können – dabei wird aber immer wieder hervorgehoben, dass jedes Kind und alle Eltern anders ist und so jede Familie einen eigenen Weg finden muss. Anschließend werden sanfte Einschlafhilfen wie z.B. das Einschlafen an der Brust, dem Tragetuch, Massage, Schlaflieder, etc. erläutert und dabei auch immer wieder hervorgehoben, dass kein Kind durch sanfte Einschlafmethoden verwöhnt wird und dass auch diese Einschlafmethoden nicht immer den gewünschten Effekt bringen müssen/werden.

„Falls Ihr Kind auf gar keine Methode anspricht und sich einfach nicht beruhigen lässt, obwohl sie stundenlang mit ihm durch die Wohnung wandeln, dann nehmen Sie es doch in Ihre Arme und setzen oder legen sich bequem hin. Sprechen Sie ihm leise zu, streicheln Sie sein Köpfchen […]. Setzen Sie sich nicht unter großen Druck, indem Sie sich die Schuld für sein Verhalten geben und sich Vorwürfe machen! Sie sind in dem Moment bei ihm und halten es liebevoll – mehr können Eltern manchmal einfach nicht tun!“

Weiters wird auch ein sanfter Weg für das „Alleine einschlafen lernen“ beschrieben, wobei sich das über mehrere Wochen zieht und auch immer wieder deutlich gemacht wird, dass es im Tempo des Kindes passieren soll und nichts erzwungen werden darf.

4.) Vorsicht Schlaftraining
Die Autorin spricht sich in diesem Kapitel natürlich ganz klar gegen die Anwendung von Schlaftrainings aus und beschreibt auch deutlich, was in diesen Momenten mit dem Baby passiert – darauf möchte ich aber nicht näher eingehen.

5.) Was Experten zu Schlaftraining und Co-Sleeping sagen
Im letzten Teil dieses Buches melden sich Experten unterschiedlicher Gebiete (Schlafforscher, Kinderpsychologen, Therapeuten, Entwicklungspsychologen,etc.) in Form eines Interviews zu Wort. Dabei werden auch Fragen aufgegriffen, die Eltern häufig stellen (wie z.B. wie lernt mein Kind durchschlafen, etc.) und ausführlich beantwortet. Der rote Faden zieht sich hierbei natürlich dem Titel des Buches entsprechend hin zum bedürfnisorientiert Schlafen. Schlaftrainings oder Schreien lassen jeglicher Art wird von allen Experten abgelehnt.

 

Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigeren Nächten
Dr. Med. Herbert Renz-Polster und Nora Imlau

Da das Buch sehr neu ist (März 2016 erschienen) gibt es auf verschiedenen Blogs schon sehr gute Rezensionen auf die ich gerne verlinken möchte:
http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2016/04/schlaf-gut-baby-nora-imlau-und-herbert-renz-polster-rezension.html
http://wunschkind-herzkind-nervkind.blogspot.co.at/2016/05/schlaf-gut-baby-der-sanfte-weg-zu.html

Gekauft haben wir das Buch *hier*.

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Das Buch ist umfangreicher als das eben vorgestellte und es wird auch vermehrt die Evolutionsbiologie mit einbezogen. Im Großen und Ganzen mag ich das Buch sehr gerne, weil auch eher unkonventionelle Wege als völlig legitim dargestellt werden und auch immer wieder betont wird, dass alles, was sich gut und richtig für das Baby und für die ganze Familie anfühlt, auch in Ordnung ist. Es gibt in dem Buch einige Tipps und Vorschläge, aber nicht die Lösung oder den Weg schlechthin und das sagen auch die Autoren ganz offen so!

„Wir müssen ehrlich zugeben: Ein liebevoller Weg, Kinder binnen kürzester Zeit ohne Tränen zum Einschlafen ohne Hilfe und zum elternfreundlichen Durchschlafen zu bringen, ist uns nicht bekannt. Aber sanfte Strategien, die bereits vielen Eltern dabei geholfen haben, wieder zu besserem Schlaf und neuen Kräften zu kommen, die kennen wir durchaus.“
— Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigeren Nächten —

Das Buch kam mir gerade zur rechten Zeit, als ich um den zweiten Geburtstag unseres Tigers und auch wegen des zweiten Babys etwas zu zweifeln begann, ob unser Tiger nicht doch bald mal etwas besser schlafen könnte.. Und ich bin richtig froh darüber, dass ich es ohne eine Sekunde zu zweifeln, gekauft habe, denn es gab mir die Antworten, die ich gesucht habe!

Ich liebe diese beiden Bücher und blättere sie auch beide immer wieder gerne durch und lies mir die für uns wichtigen Stellen durch. So unglaublich wertvoll sind die Bücher aber nicht für mich, weil sie irgendein Allheilmittel oder sonst etwas enthalten, die unseren Schlaf nachhaltig veränderten, sondern weil sie mich immer wieder bestärkten, dass es in Ordnung ist, so wie es ist! Dass unser Tiger eben zu den Kindern gehört, die nicht den besten Schlaf, aber dass wir deswegen noch lange keine Schlafprobleme haben. Sie vermitteln, dass Kinder einfach anders schlafen, als wir es uns wünschen, aber dass das alles seine Richtigkeit hat. Ich kann nun auch selbstbewusst sagen, dass unser Tiger mit seinen über 2 Jahren noch nicht durchschläft und dass er mit uns im Familienbett schläft und dass ich ihn jeden Abend/Nachmittag Einschlafbegleite. Für uns ist das der richtige Weg und diesen werden wir beibehalten, solange es für uns alle passt und sich richtig anfühlt.

Den besten Tipp, den ich verzweifelten Eltern mit auf den Weg geben kann, ist einfach das Annehmen der Situation und auch, dass es für alle entspannter werden kann, wenn man sich mit der jeweiligen Situation arrangiert. Die Zeit, in der viele unserer Kinder die Eltern zur Verzweiflung bringen und uns nachts so sehr brauchen, ist sehr kurz. Der „Schlafrhythmus“ von kleinen Kindern ändert sich regelmäßig und irgendwann kommt die Zeit und jedes Kind schläft in seinem Zimmer durch. Alleine das Akzeptieren des Schlafverhaltens macht das Schlafen einfacher und verändert es manchmal sogar zum Positiven, da der Druck genommen wird und man entspannter mit allen Situationen umgehen kann.

Und täglich grüßt die Nachtigall..! Zum Schlaf – Teil 1

Es ist 3 Uhr morgens. Seit einer halben Stunde wälzt sich unser Tiger durch das Bett – hauptsächlich bei mir. Wir haben bereits das Schlaflicht wieder an, ohne dass der Tiger seit einigen Wochen nicht einschlafen kann und auch die Schlafmusik, die wir seit ein paar Tagen probieren, läuft schon. Er wälzt weiter. Setzt sich auf und sagt, er möchte aufstehen.. Er stellt aber gleichzeitig fest, dass es noch finster ist – Schlafenszeit. Also legt er sich wieder hin. Nach 3 Minuten ruhigem Liegen wälzt er weiter, bleibt immer wieder liegen und wälzt dann weiter. Ich werde ungeduldig, bin müde. Etwa eine Stunde später bleibt er liegen, sein Atem wird ruhig, er ist wieder eingeschlafen. Musik läuft noch, Schlaflicht ist auch noch an. Er liegt halb auf mir, ich kann mich kaum bewegen. Mein Arm ist zu kurz, Musik und Lampe zu weit weg. Ich warte weitere 10 Minuten, befreie mich aus dem Kuscheltiger und schalte Licht und Musik aus. Zufrieden kuschle ich mich in meine Decke und schließe die Augen. Dann drehe ich mich auf die andere Seite und wieder zurück.. Wo bleibt nur der Schlaf?! Ich überlege, ob ich noch lesen sollte, entscheide mich aber dagegen. Stattdessen wälze ich nach links und dann wieder nach rechts, denke über den Blogbeitrag über Schlaf nach und wälze wieder nach links.. Ich bin genervt – von mir, von meinen eigenen Einschlafproblemen.

Vor einiger Zeit habe ich euch schon von unserer schwierigen Anfangsschlafzeit erzählt (*klick*), heute geht es wieder um das Thema „schlafen“. Die letzten Wochen/Monate habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt, denn (nicht immer, aber) sehr oft belastet mich das Schlafthema mit unserem Tiger sehr. Je mehr ich die letzten Wochen über den kindlichen Schlaf gelesen und gelernt habe, desto leichter fällt es mir, mich abends und auch nachts liebevoll und bedürfnisorierntiert um unseren Tiger zu kümmern. Es ist trotzdem oft eine Geduldsprobe, denn Müdigkeit lässt einen Dinge oft anders erscheinen, aber das Verhalten unseres Tigers zu verstehen und gleichzeitig mein eigenes zu reflektieren lässt unsere Nächte wieder entspannter werden.

Unser Tiger ist ein sehr sensibles und feinfühliges Kind. Er hat schon seit seiner Geburt viele Erlebnisse im Schlaf verarbeitet – er weint, lacht und redet viel im Schlaf. Das macht allerdings einen erholsamen Schlaf oft schwierig.

Wie viel Schlaf braucht ein Kind?
Immer wieder sind wir durch das Schlafverhalten an unsere Grenzen gestoßen, da noch hinzukommt, dass er relativ wenige Schlafstunden braucht. Und so kommen wir zur ersten wichtigen Sache, die uns geholfen hat – wie viel Schlaf braucht ein Kind eigentlich? Jeder von euch kennt sicher die durchschnittlichen Schlafstunden für Kinder jeglichen Alters – im Alter von 2 Jahren brauchen Kinder durchschnittliche 13 Stunden Schlaf. So einfach wird diese Angabe in diversen Ratgebern stehen gelassen. Ich habe dadurch eben angenommen, dass Kinder also so zwischen 12 und 14 Stunden Schlaf – da war unser Tiger deutlich darunter und ich fragte mich oft, ob er schlecht schläft, weil er grundsätzlich zu wenig schläft..! Jetzt durfte ich lesen, dass dieser Durchschnittswert zwar richtig ist, aber dieser Wert +/- 4(!!!) Stunden gerechnet werden muss und so liegt also unser Tiger mit seinen 10-11 Stunden Schlaf (in 24 Stunden) eben doch in der Norm – wie auch ein Großteil aller Kinder auch! Ich habe aufgehört, dass ich den Tiger zu mehr Schlaf bewegen möchte, da doch alles in Ordnung ist – und schon war einiges an Druck beim Schlafen weg!

Nur ein müdes Kind kann schlafen
In den letzten Wochen war es immer wieder absehbar, dass unser Tiger den Mittagsschlaf nicht mehr sehr lange machen wird, er wurde immer später am Tag müde und brauchte dann oft bis zu 1,5 Stunden zum Einschlafen, weil er einfach nicht mehr müde genug war. Die Schlafenszeit abends schob sich durch den Tagesschlaf nach hinten und dann war an Schlaf nicht zu denken und Einschlafen ein richtiger Geduldsakt für beide Seiten. Da Kinder oft einfach nicht so viel Schlaf brauchen, wie wir glauben – so sind oft einfach nicht so müde, wie wir eben glauben.  Seit 3 Wochen lassen wir den Tagesschlaf weg, da es der Tiger über den Tag schafft und so ist das Schlafengehen am Abend einfacher, da er dann wirklich müde ist!

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In den letzten 1,5 Jahren ist es zweimal vorgekommen, dass er tagsüber in seiner „Kuschelecke“ einfach eingeschlafen ist!

Aber wo liegt denn nun das Problem?
Trotz allem gehört aber unser Tiger zu den schlecht schlafenden Kindern – dachte ich zumindest immer.. Mittlerweile weiß ich es besser und weiß auch, dass er eben zu den normal schlafenden Kindern gehört und die Einstellung unserer Gesellschaft und eine falsche Erwartungshaltung das Problem „schlecht“ schlafender Kinder ist. Wenn man sich näher mit der Evolutionsbiologie der Kinder beschäftigt, wird schnell klar, dass unsere Babys und Kinder noch immer die Gene der „Steinzeit-Babys“ haben und sie eben so „funktionieren“, wie es für sie für diese Zeit üblich war – über dieses umfangreiche Thema wird es aber in kommender Zeit einen eigenen Artikel geben.

Das große Problem des Einschlafens!
Nach den letzten Wochen, wo ich genau auf die Bedürfnisse und Verhalten des Tigers achtete und auch mein eigenes Verhalten mal genau unter die Lupe nahm, wurde mir klar, wo beim Schlaf des Tigers das große „Problem“ liegt – nämlich das Einschlafen. Unendliche Stunden sind wir schon wach im Bett gelegen, wo der Tiger einfach nicht einschlafen konnte – die Betonung liegt dabei bei „konnte“ und keinesfalls bei einem „wollte“! Er wälzt sich oft lange herum, ist aber immer wieder gewillt zu schlafen und bleibt ruhig liegen – aber für Kinder seines Alters sind 3 Minuten liegen ohne in den Schlaf zu finden schon sehr lange! Seit seiner Geburt begleiten wir ihn in den Schlaf, er musste also noch nie alleine einschlafen, da ihm Körperkontakt sehr wichtig ist. Wir machen auch ruhiges Abendprogramm und lesen noch gemeinsam im Bett oder hören etwas ruhige Musik. Auch gedämpftes Abendlicht gehört seit Kurzem zum Einschlafen, vielleicht hat er etwas Angst, wenn es ganz dunkel ist. Das alles und das Weglassen des Tagesschlafes haben das Einschlafen am Abend einfacher und kürzer gemacht – nicht immer, aber doch sehr oft.

Und nun wird durchgeschlafen?
Alle Menschen wachen nachts mehrmals auf, wir Erwachsene schlafen aber (meist) gleich wieder weiter und wissen morgens dann gar nicht mehr, dass wir überhaupt aufgewacht sind. Kinder haben es viel schwerer, wieder in den Schlaf zu finden. Einfacher ist es, wenn sie die selben Bedingungen vorfinden, unter denen sie abends eingeschlafen – in unserem Fall eben eine kuschelnde Mama, gedämpftes Licht, leise und ruhige Musik. Aber auch dann gibt es keine Garantie, dass ein Kind wirklich wieder gleich in den Schlaf findet und das kann dann doch schon mal eine richtige Geduldsprobe sein – ist aber völlig normal und in Ordnung!

Letzte Nacht, nachdem der Tiger wieder eingeschlafen war, konnte ich nicht mehr schlafen – wie übrigens sehr oft.. Und da wurde mir klar, dass auch ich oft Schwierigkeiten beim Einschlafen habe! Auch ich brauche abends mein ruhiges Programm und lese am liebsten noch ein paar Zeilen, um dann entspannt schlafen zu können. Sind die Abende recht aufregend (da reicht für mich oft auch ein spannender Film), brauche auch ich lange, bis ich einschlafen kann und so auch nachts, wenn sich die Wachzeit mit dem Tiger zieht.. Ich kenne es daher einfach so gut, wie es ist, wenn man müde ist und schlafen möchte und der Schlaf einfach nicht kommt. Es tut mir dann immer so unendlich Leid, wenn ich bei der Einschlafbegleitung, sei es abends oder nachts, ungeduldig oder gar böse werde.. Aber je mehr ich über das Thema „Schlaf“ weiß, desto leichter fällt es mir, mit dem Schlafverhalten unseres Tigers bedürfnisorientiert umzugehen!

Passend zum Thema „kindlicher Schlaf“ möchte ich euch im zweiten Teil dieser kurzen Schlafserie zwei Bücher vorstellen, die mir bei der Thematik immer wieder weitergeholfen und mich ermutigt haben, weiter unseren bedürfnisorientierten Weg mit unserem Tiger zu gehen. Und auch wenn dieser Weg nicht immer der einfachste ist, ist er für uns der einzig Richtige!

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Unser Familienbett – allerdings hat unser Tiger noch nie in „seinem“ Teil des Betts geschlafen *haha*

Die Schlaf-Launen und Trotzphasen einer müden Mama

Schlafen ist wohl eines der wichtigsten Themen für junge (und auch bereits langjährige) Eltern. Bei diesem Beitrag geht es jedoch nicht um Schlafprobleme bei den Kleinen und deren Lösungen, Schlafgewohnheiten oder Rituale für Kinder zum Einschlafen – denn meistens sind nicht die Kinder alleine das Problem und so erzähle ich euch heute von meinen Schlaflaunen und den Trotzphasen einer (sehr, sehr) müde Mama.

Ich bin ein Mensch mit einem (riesen) großen Freiheitsbedürfnis, schon immer gewesen und dieses Bedürfnis war mir auch im Bett schon immer wichtig – ich konnte noch nie an jemanden gekuschelt schlafen. Meine Mama hat mir erzählt, dass das bereits als Baby schon so war und das hat sich nie geändert. Außerdem habe ich immer schon sehr viel geschlafen und meinen ungestörten Schlaf als etwas sehr Wichtiges angesehen. In der Schwangerschaft habe ich mir wenig Gedanken dazu gemacht – klar, man schläft eine Zeit lang wenig(er), aber eigentlich hat man keine Ahnung, was da auf einen zukommt.. Und ich bin froh, dass ich es nicht gewusst habe!

Und mit der Geburt des Tigers durfte ich schnell erfahren, unser Tiger hatte ganz andere Bedürfnisse als ich! Die ersten zwei Monate wollte er keine Sekunde ohne mich schlafen und auch mehr als 2 Stunden am Stück waren ihm schon zu lang – mit Beidem konnte ich überhaupt nicht umgehen! Nach dem ständigen, nächtlichen Stillen lies er sich nicht ablegen, dann wurde er sofort wieder wach.. Ich wurde unruhig und kribbelig, wollte mich bewegen, drehen und wenden, ich konnte kaum ruhig liegen bleiben und an Schlaf war gar nicht zu denken. Kaum legte ich den Tiger einige cm von mir weg, war er sofort wieder wach oder rückte wieder nach. Ich weiß noch gut, wie viele Stunden ich nachts geweint und ihn immer wieder gebeten habe, er solle doch ein paar Stunden ohne mich schlafen – von mir aus in meinem Bett neben mir, aber eben nicht auf mir oder ganz heran gekuschelt. Ich probierte unzählige Dinge aus, wie Stillen auf einem Kissen und ihn dann mit dem Kissen neben mich legen, etc.. Zeit zum Nachdenken hatte ich ja nachts genug! Ich war so unendlich müde, alle 2 Stunden wollte er gestillt werden und schlief dann ohne Körperkontakt nicht mehr weiter.. So kam nach 2 Monaten die Entscheidung, dass ich zum Fläschchen griff und den Tiger für ein paar Stunden dem Tigerpapa oder meiner Mama gab um einfach nur zu schlafen! Natürlich war das nicht die beste Lösung und hinzu kamen Schuldgefühle, weil ich das Stillen so schnell aufgegeben habe, doch was Besseres fiel mir unter diesem enormen Schlafentzug einfach nicht ein.

Mit der Zeit gewöhnte ich mich einfach an den Körperkontakt (oder war vielleicht einfach zu müde?!) und so bekamen der Tiger und ich zumindest ein paar Nachstunden Schlaf zusammen – er an mich gekuschelt oder überhaupt auf mir schlafend. Richtig gut schliefen wir aber beide nicht.. Auch die nächtlichen Fläschchen alle paar Stunden blieben, wo ich dann ja sowieso aufstehen musste. Und so dachten wir uns, der Tiger sollte in seinem Zimmer schlafen – vielleicht schläft er besser, wenn es ruhiger ist, denn ich hatte das Gefühl, dass wir ihn öfter aufwecken würden. Gesagt, getan – Tiger ausquartiert und ich hatte mein Bett für mich. Und plötzlich war es so unglaublich ruhig.. Kein ruhiger Atem unseres Kleinen, kein Lachen (er lacht oft nachts im Schlaf) und irgendwie war alles sehr leer – an Schlaf war also gar nicht zu denken für mich. Also wenn Mama so gar nicht weiß, was sie will, wie soll es der Tiger wissen.. Und wie es eben so kommt, wenn Mama nicht bereit ist, wird es auch das Kind nicht sein – der Tiger weinte immer wieder in seinem Zimmer, auch wenn er kein Fläschchen wollte und ich rannte ständig hin und her und war nach ein paar Tagen so unglaublich müde, dass ich beschlossen habe, er soll wieder zu uns!

Mit dem nächtlichen Trinken war es ja auch so eine Sache – grundsätzlich habe ich immer gesagt, dass er es so lange bekommt, wie er es eben braucht. Aber die Anzahl des Trinkens von mindestens 2-3 Mal wollte sich einfach nicht reduzieren und mit etwa 20 Monaten beschloss ich dann, dass ich das nicht mehr weiter so will! Ich kann nicht jede Nacht 2-3x aufstehen, warten bis er fertig getrunken hat und dann weiterschlafen – da bleibt einfach nicht mehr viel Zeit zum Schlafen über… Vor allem, weil er auch zwischen den Mahlzeiten öfter weinte.. Also hat er eines nachts nach einem Fläschchen gefragt und ich habe ihm gesagt, dass es ab jetzt nachts keines mehr gibt, erst in der Früh (also wenn das in den Augen des Kindes nicht eine trotzende Mama ist..). Als Kompromiss war es für ihn akzeptabel, dass wir kuscheln *schmunzel* und mit der Zeit verlangte er nachts auch nicht mehr danach bzw. war es in Ordnung, wenn er erst in der Früh eines bekam und schlief dann auch ohne kuscheln weiter.

Momentan (und ich verwende bewusst dieses Wort) schläft der Tiger bei uns, allerdings braucht er die meiste Nacht kein Kuscheln mehr. In den Morgenstunden kuschelt er sich dann zu mir und wir wachen gemeinsam auf – wie sollte der Tag auch besser beginnen! Er wird in manchen Nächten einmal, in anderen stündlich wach, es ist immer wieder spannend.. Aber warten wir mal ab, wie es weitergeht!

2016-03-05_01
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch – ich möchte keinesfalls behaupten, dass ausschließlich Eltern für schlechten Schlaf von Kindern verantwortlich sind, aber eben auch nicht ausschließlich die Kinder. Wir hatten genau so unsere Phasen, wo wir stundenlang getragen oder stundenlang in den Schlaf gestillt haben, um 4 Uhr morgens spazieren gegangen sind oder einfach mal mitgeweint haben – aber vor allem in der Anfangszeit hätte ich viel zu einem besseren Schlaf beitragen können, wenn ich die Bedürfnisse unseres Tigers hätte erfüllen können. Hinzu kommt, dass unser Tiger eine Milchunverträglichkeit hat, die wir erst nach etwa 19 Monaten entdeckt haben. Nach dem Weglassen der Milch, wurde auch das Schlafen schlagartig besser und das ständige nächtliche Weinen hörte auf, aber darum geht es jetzt eigentlich gar nicht.. Genauso, wie ich anfangs und auch jetzt immer wieder mal etwas einfach nicht schaffe, bin ich auch überzeugt, dass unser Tiger zeitweise einfach nicht kann, auch wenn er wollte – egal, ob es ums Schlafengehen, Weiterschlafen, Durchschlafen oder andere Dinge geht. Ich möchte einfach darauf aufmerksam machen, dass unsere Kinder vor allem unter 2 Jahren gar nicht „nicht-schlafen“ wollen, aber dass die Bedürfniserfüllung einfach manchmal schwierig sein kann. Bezüglich schlafen und kuscheln war ich einfach nicht in der Lage, dass ich meine Bedürfnisse hinten anstelle und die unseres Tigers erfülle – und genauso wenig war auch er in der Lage, sein starkes Bedürfnis nach Körperkontakt beim Schlafen hinten anzustellen. Aber ich gebe zu jeder Zeit mein Bestes und ich bin überzeugt, das weiß unser Tiger auch und er macht es ebenso. Ich werde auch jederzeit mein Bestes geben, wenn der kleine Bauchzwerg auf der Welt ist, aber ich weiß jetzt schon, dass ich auch seine/ihre Bedürfnisse (in dem Fall bezüglich des Schlafens) nicht immer werde erfüllen können – aber das ist in Ordnung! Und kuscheln und schlafen will nach wie vor nicht so Hand in Hand gehen bei mir und das wird sich vermutlich auch nicht ändern…

Tanja vom Blog tafjora.blogspot.de hat das große große Thema „schlafen“ zum Märzthema auserwählt – ich habe meinen Beitrag bei ihr verlinkt *klick*.