DIY: „Reißverschlussbrett“

Heute hab ich eine kurze Bastelanleitung für ein „Reißverschlussbrett“ für euch. Ich würde sagen, dieses DIY eigenen sich für Kinder ab etwa 2 Jahren – unser Tiger ist schon fast etwas zu groß dafür..

Die Herstellung hört sich grundsätzlich sehr einfach an, hatte aber dann doch einige Tücken, wie ich währenddessen feststellen musste.

Man braucht dafür:

  • eine Platte, Karton oder ähnliches
  • Reißverschlüsse
  • Heißklebepistole
  • Schere

2016-12-20_01
Die Reißverschlüsse werden mit der Heißklebepistole auf die stabile Fläche geklebt, anschließend kann man die Enden am Beginn des Reißverschlusses noch abschneiden. Ich musste sie anschließend noch einmal mit Heißkleber befestigen.

2016-12-20_02
Hier noch ein paar Tipps und Erfahrungen, die ich machen musste:

  • Unbedingt schnell arbeiten, Heißkleber trocknet sehr schnell
  • Den Kleber nur an den Außenrändern der Reißverschlüsse auftragen und beim Festdrücken nach außen wegstreichen (ein Reißverschluss geht bei uns nur zur Hälfte auf, weil ich ihn festgeklebt habe *hihi*)
  • Am besten Reißverlüsse mit feinen Zacken wählen – bei uns funktioniert der rote Reißverschluss mit Abstand am besten!
  • Zuerst wollte ich ein Schneidbrett verwenden, weil mir das stabiler und langlebiger vorkam, doch der Heißkleber hielt leider nicht.. Deswegen wurde es jetzt ein Karton als Untergrund.
  • Damit die Reißverschlüsse sich leichter öffnen lassen, habe ich anschließend noch Bänder dran gehängt.

2016-12-20_03
Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Nachbasteln und gutes Gelingen!

Schaut doch auch auf unsere *Fanseite auf Facebook* – folgt uns und verpasst keine Neuigkeiten mehr. Neuerdings sind wir auch auf *Instagram* und *Pinterest* vertreten – wir freuen uns sehr über euren Besuch. 

Advertisements

Bücherkisten mit 27 Monaten

Seit meinem letzten Bericht über unsere Bücherkiste (*Bücherkiste mit 21 Monaten*) hat sich bei uns einiges getan. Lange habe ich nach einem geeigneten Regal für die Bücher des Tigers gesucht und musste dann feststellen, dass uns das doch zu unflexibel wird. Momentan haben wir drei Bücherkisten in der Wohnung und unser Tiger verteilt die Bücher nach Lust und Laune – so bleiben die Bücher vielleicht auch länger spannend. Heute zeige ich euch, was sich derzeit so in den einzelnen Kisten befindet.

Bücherkiste im Schlafzimmer

2016-07-18_01 2016-07-18_02
Im Schlafzimmer lesen wir vor jedem Schlafengehen – also momentan mittags und abends. Wie lange gelesen wird, hängt stark damit zusammen, wie müde wir sind. Es kommt auch schon vor, dass ich nach einem Buch einfach sagen muss, dass ich zu müde bin. Oft lesen wir aber auch so lange, wie der Tiger will. Bis jetzt hat das immer sehr gut geklappt so.

Das Laufrad-Buch gehört momentan zu seinen absoluten Lieblingsbüchern, das lesen wir zumindest einmal am Tag und die Heumilchkuh-Bücher werden ebenfalls täglich zur Hand genommen. Auch das Geschisterbuch mag unser Tiger sehr gerne, aber das stell ich euch ein anders mal genauer vor.

Bücherkiste im Kinderzimmer

2016-07-18_03 2016-07-18_04
Im Kinderzimmer lesen wir sehr selten – manchmal der Tigerpapa mit dem Tiger. Lange Zeit mochte unser Tiger das Sachensuch-Buch sehr gerne, doch seit er alle zu suchenden Gegenstände auf Anhieb findet, ist es nicht mehr so spannend für ihn. Das Magnetbuch ist das Neueste in dieser Kiste – wenn wir im Kinderzimmer lesen, wählt er immer das aus. Das Katzenbuch „liest“ unser Tiger manchmal unserem Odie vor, wenn der in seiner Kuschelecke ist *hihi*. Ich liebe diese Fotos!

2016-07-18_082016-07-18_07

Bücherkiste im Wohnzimmer

2016-07-18_05 2016-07-18_06
Meistens lesen wir im Wohnzimmer – bei Regenwetter oder wenn der Tiger sehr kuschelbedürftig ist, kommt es doch vor, dass wir mal eine Stunde am Stück lesen. Besonders beliebt ist das Autos und Laster – Buch. Wer sich über die Gute-Nacht-Geschichten im Wohnzimmer wundert ist nicht allein damit *haha* Aber der Tiger besteht darauf, dass dieses Buch im Wohnzimmer gelesen wird *haha*. Es kommt auch vor, dass wir die gleiche Seite immer und immer wieder lesen oder er gezielt auf Worte zeigt, die er vorgelesen haben möchte. Ich finde es immer unglaublich interessant, was für den Tiger spannend ist.

Momentan findet unser Tiger Polizei, Rettung und Feuerwehr sehr spannend und ich bin bereits auf der Suche nach einem geeigneten Buch *hihi*. Also wer Buchempfehlungen zu den Themen hat – ich freue mich sehr darüber!

Flucht ins Kühle

Gestern war es zwar nicht sonderlich heiß, aber richtig, richtig schwül! Der Tiger hat nachmittags beschlossen, dass er keinen Mittagsschlaf machen möchte und so sind wir dann gemeinsam mit dem Tigerpapa zum nahe gelegenen Fluss gefahren – einerseits war die Abkühlung wirklich angenehm, andererseits hält kaltes Wasser einfach wach *hehe*.

Nach einer kurzen Strecke zu Fuß konnten sich meine beiden Männer austoben und ich genoss es einfach, die beiden zu beobachten und in der Natur zu entspannen. Begleitet uns doch ein Stück unseres Weges:

2016-07-09_01 2016-07-09_02 2016-07-09_03 2016-07-09_04 2016-07-09_05 2016-07-09_06 2016-07-09_07 2016-07-09_08

Ein neuer Tagesablauf und entspannte Tage!

Vor gut 2 Monaten habe ich euch mit durch unsere Tagesroutine genommen – heute nehme ich euch wieder mit und ihr werdet sehen, dass sich diese Rhythmus komplett verändert hat!

Unser Tag beginnt momentan gegen 7:30 Uhr, manchmal auch erst um 8:00 Uhr (so wie heute). Der Tigerpapa ist um diese Zeit bereits in der Arbeit und so beginnen wir unseren Tag zu zweit. Meist bin ich etwas früher wach als unser Tiger und habe Zeit, dass ich mich auf unseren Bauchbaby konzentriere, denn das ist morgens auch immer schon ganz fit. Danach geht es erstmals ans Zähneputzen, anziehen, frühstücken, etwas Haushalt (alles in beliebiger Reihenfolge). Da unser Tiger im Moment sehr viel Zeit für alles braucht, kommt es schon mal vor, dass wir dann erst um 9:00 Uhr oder später frühstücken (manchmal verlegen wir unser Frühstück auch einfach in den Garten *hihi*).

2016-07-05_01

Spielzeit vor dem Zähneputzen darf keinesfalls fehlen!

2016-07-05_02

Seit einiger Zeit isst unser Tiger meistens Müsli zum Frühstück.

So gegen 10 Uhr beginnt unsere „freie Zeit“ und wir verbringen diese bei schönem Wetter eigentlich immer im Garten. Heute stand einkaufen auf dem Programm – unser Tiger wollte vorher aber noch etwas puzzeln. Mit dem kleinen, roten Omaauto ging unsere Einkaufsrunde dann los.

2016-07-05_03

Unsere neue Puzzlesammlung muss ich euch auch noch unbedingt mal zeigen!

2016-07-05_04

Einkaufen war in letzter Zeit immer mit sehr viel Stress (meinerseits) verbunden und so war ich heute froh, dass alles wirklich reibungslos verlaufen ist! Dazu aber demnächst mehr 🙂

2016-07-05_05

Dann geht´s wieder ab nach Hause und den Einkauf verräumen.

Danach brachten wir das Auto wieder zurück und gingen noch eine Runde mit dem Laufrad.

2016-07-05_06

Sonst mache ich unser Eis immer selbst – bis jetzt hat es dem Tiger noch nicht geschmeckt. Nachdem er heute Kinder mit Eis gesehen hat, wollte er auch eines probieren – anfangs mit großer Skepsis *haha*

2016-07-05_08

Da es immer sooo viel zu entdecken gibt, vergeht leider auch die Zeit immer sehr schnell…

Wir schauen, dass wir etwa um 13 Uhr wieder zu Hause sind, kochen, essen und zwischen 14 Uhr und 15 Uhr legen wir uns gemeinsam ins Familienbett zum Rasten. Wir haben heute beim Spaziergang die Zeit übersehen und so kochten wir schnell noch Nudeln mit selbstgemachten Pesto. Um 14:30 Uhr fiel der Tiger aber dann trotzdem müde ins Bett.

2016-07-05_09

Der Tiger wollte unbedingt mit helfen beim Kochen!

2016-07-05_10

Ich habe das große Glück, dass unser Tiger richtig unkompliziert beim Essen ist! Selbst Eis vor dem Mittagessen hat absolut keinen Einfluss auf unser gemeinsames Essen!

Entweder schlafe ich mit oder es beginnt meine 2-stündige Zeit für gaaaanz mich alleine. Wenn der Tiger wieder wach ist, warten wir mit Spielen, Lesen, gemeinsamen Haushalt, etc. auf den Tigerpapa, der gegen 17:30 Uhr nach Hause kommt. Entweder kochen der Tiger und ich vorher oder ich mache das alleine während der Spielzeit meiner zwei Männer – je nach Lust und Laune des Tigers beim Aufstehen. Bei schönem Wetter packen wir auch einfach alles zusammen und grillen noch im Garten – die meisten regenfreien Abende verbringen wir dort.

Heute ist der Tigerpapa etwas später nach Hause gekommen und so haben der Tiger und ich etwas Haushalt gemacht und gemeinsam gekocht. Danach ging es noch ab in den Garten.

2016-07-05_11

Der Tiger half gewohnt fleißig mit.

2016-07-05_12

Zum Schneider war er heute nicht so motiviert, panieren war wieder sehr spannend!

2016-07-05_13

Kurze Papa-Spielzeit und gemeinsames Essen – der Tiger darf sich ein Stück Fleisch vom Papa abschneiden (mein Teller ist aber momentan für meine Männer tabu *hehe*)

2016-07-05_14

Der Weg zum Garten ist wie immer spannend..!

2016-07-05_15

Der Tigerpapa baute am Wagen weiter und auch der Tiger war beschäftigt!

Etwa um 21 Uhr beginnt dann die Abendphase mit baden, Zähneputzen, Pyjama anziehen und falls der Tiger noch nicht müde genug ist, ruhigem Spielen. Anschließend kuscheln wir uns ins Bett, es wird noch über den Tag geredet, gekuschelt, gelesen, Musik gehört und zwischen 22:00 und 22:30 Uhr schlafen dann der Tiger und ich gemeinsam ein – der Tigerpapa schafft es dann meistens noch rechtzeitig zur zweiten Halbzeit vor den Fernseher *hihi*.

Heute waren wir etwas länger im Garten, das Abendprogramm musste daher etwas gekürzt werden und Fernsehen für den Tigerpapa fiel aus.. Aber gut *hihi*.

Ich bin so unglaublich froh, dass ich euch heute wieder einmal einen ganz entspannten und tollen Tag zeigen konnten – das war in den letzten Wochen nicht oft der Fall.. Davon wird es aber einen eigenen Bericht geben. Heute konnte ich den Tag mit dem Tiger einfach genießen, wie die letzten Tage auch schon, seit meine Entscheidung bezüglich meines Papas gefallen ist!

Verlinkt bei Frau Brüllen – Tagebuchbloggen am5. im Juli!

Das Kinderzimmer

Vor einigen Tagen hab ich bemerkt, dass ich euch das Kinderzimmer unseres Tiger noch gar nie gezeigt habe – das hole ich jetzt noch nach.

Sein Kinderzimmer haben wir neu eingerichtet, als unser Tiger etwa ein Jahr alt war – etwa einen Monat bevor ich Montessori für uns entdeckt habe und das sieht man dem Zimmer auch an. Jetzt würde ich den Raum etwas anders gestalten, aber da ich nicht etwas „Gutes“ einfach ersetzen möchte, weil es mir nicht gefällt, machen wir einfach das Beste aus dem, was wir haben. Ich möchte euch aber natürlich nicht vorenthalten, was ich jetzt anders machen würde bzw. planen wir auch einige Veränderungen, von denen ich euch gerne erzählen möchte.

2016-07-04_01
Hier seht ihr das Spielregal unseres Tigers mit den wechselnden Spielen (Spielideen unterschiedlichen Alters findet ihr hier *klick*). Ich würde jetzt ein schlichteres Regal mit einer anderen Regalaufteilung wählen, doch wir hatten dieses bereits vor dem Tiger und daher darf es noch einige Zeit im Zimmer stehen bleiben. Den Radio kann unser Tiger mittlerweile selbstständig bedienen, allerdings verwendet er ihn nicht besonders häufig…

2016-07-04_02
Das kleinere braune Regal beinhaltet Spielsachen, die nicht so häufig wechseln – Lego, Instrumente, Schienen und eine Schatzkiste mit seinen Autos.

2016-07-04_03
Hier seht ihr den Kleiderschrank des Tigers – ich weiß, etwas leer… Vor der Schwangerschaft befand sich hier auch der Wickelbereich. Allerdings wollte ich unseren Tiger nicht jedesmal hochheben müssen und so haben wir diesen Bereich in das Badezimmer verlegt (die Veränderungen dort zeige ich euch demnächst). Geplant ist hier eine „Naturecke“ mit Materialien aus der Natur. Ich habe es auch leider die letzten Wochen nicht geschafft, dass ich den Kleiderschrank des Tigers der Jahreszeit nach aktualisiere.. Da das aber immer wieder zu Konflikten führt, werde ich seine Kleidung mit den Kärtchen diese Woche noch umsortieren. Für die Naturecke muss ich erst noch Ideen sammeln, bevor es an die konkrete Umsetzung geht – vielleicht habt ihr welche für mich? Die selbst gezeichneten Kärtchen für den Kleiderschrank stelle ich euch gerne zum freien Download zur Verfügung (*klick*).

2016-07-04_04
Dieses Stockbett finde ich nach wie vor richtig toll, allerdings haben wir es sicher um 5 Jahre zu früh gekauft *haha*. Ich würde jetzt eher ein Kinderbett bevorzugen, aber da wir dieses schon gekauft haben, bleibt es natürlich. Außerdem hat es sich schon als sehr praktisch erwiesen, da es das Ersatzbett für den Tigerpapa ist, wenn die Nächte wieder mal länger sind, bzw. ist er beruflich sehr viel mit dem Auto unterwegs und muss daher unbedingt fit und ausgeschlafen sein. Wenn unser Tiger dann in seinem Zimmer schlafen möchte, wird das sein Bett werden – Rausfallschutz ist bereits besorgt.

2016-07-04_05
Das Floorbett unseres Tigers wurde zwar noch nie (oder erst ein- oder zweimal) wirklich zum Schlafen verwendet, allerdings kuscheln wir da manchmal zusammen – daher wird diese Ecke „Kuschelecke“ genannt. Am liebsten schläft dort unser kleiner Stubentiger Odie. Die Matratze aus dem Gitterbett soll allerdings bald als Familienbettvergrößerung in das Schlafzimmer wandern und dann wäre dort Platz für einen Tisch und Sessel in Tigergröße bzw. für ein zusätzliches Regal – ich möchte unserem Tiger gerne die Möglichkeit geben, dass er selbstständig sein Bastelmaterial verwenden kann.

2016-07-04_06
Die Ecke mit den Parkplätzen ist vermutlich der am meisten verwendete Platz vom Tiger *haha*. Mehrmals täglich parkt er seine Autos/Fahrzeuge ein oder um und ist wirklich oft lange damit beschäftigt. Im Korb befinden sich zwei weiße Teppiche, die als Arbeitsbereiche dienen sollen – der Tiger verwendet sie aber nicht.. Vermutlich zeige ich ihm das auch viel zu selten..

2016-07-04_07
Ich persönlich würde jetzt auch einen einfarbigen, hellen Teppich wählen! Der Autoteppich macht den ganzen Raum sehr bunt und unruhig und vor allem bei Spiele mit Farben ist es oft schwierig darauf zu spielen. Ich habe daher unserem Tiger den Korb mit den weißen Teppichen aufgestellt.. Bis jetzt hat es unser Tiger auch noch nicht so recht verstanden, dass er auf dem Teppich mit seinen Autos spielen könnte *haha*. Aber das kommt sicher noch! Vielleicht besorge ich auch mal einen einfarbigen Teppich, aber vorher kommen noch andere wichtige Veränderungen.

Wenn ihr noch Ideen oder Inspirationen habt, die wir mit unserer kleinen Umgestaltung noch mit einbauen sollten, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr sie mit uns teilt! In einigen Wochen zeige ich euch dann wieder das etwas veränderte Kinderzimmer.

Weitere Eindrücke der vorbereiteten Umgebung unserer Wohnung findet ihr hier:

 

Beginn der Trotzphase – oder schon mittendrin?!

Vorweg ist es mir wichtig zu sagen, dass ich den Begriff „Trotzphase“ nicht nur schlimm und abwertend, sondern auch schlichtweg als falsch empfinde – ich werden ihn daher oft durch den Begriff „Autonomiephase“ ersetzen. Leider hat sich der Begriff der Trotzphase so in der Gesellschaft eingefunden, dass absolut jeder weiß, was damit gemeint ist und daher kommt man um den Begriff leider kaum herum…

Grundlegend scheiden sich die Geister der Experten, wann denn nun die Autonomiephase beginnt. Einige schreiben über den Beginn um das 15.-18. Lebensmonat (wie z.B. Herbert Renz-Polster), wenn die ersten „Nein´s“ oder „Alleine machen“ von Seiten der Kinder kommen und sie sich nicht mehr so leicht davon ablenken lassen, andere (wie z.B. M.Montessori) schreiben die Hauptphase der Autonomie Kindern im Alter zwischen 30-36 Monate zu. Den Beginn der Autonomiephase mit etwa dem Beginn des dritten Lebensjahres festzusetzen, scheint mir ein guter Mittelwert.

Die ersten Bedürfnisse nach dem all bekannten „alleine machen“ hatte unser Tiger schon relativ bald, bestimmt vor dem zweiten Geburtstag. Ich persönlich sehe da aber noch nicht den Beginn der Trotzphase, sondern eben einfach den Wunsch, dass er jetzt immer öfter immer mehr Sachen alleine schaffen möchte – ein wichtiger Schritt in der Entwicklung. Im letzten dreiviertel Jahr wurden aber die „Nein´s“ des Tigers häufiger, intensiver und vor allem mit immer mehr Emotionen begleitet – gleichzeitig werden auch unsere „Nein´s“ häufiger, da wir ihm oft den Wunsch nach dem „alleine machen“ einfach nicht erfüllen können oder (ja, es kommt natürlich immer mal vor) manchmal einfach nicht wollen..

Letzte Woche hatte der Tigerpapa Urlaub und die Konfliktpunkte häuften sich – der Tiger ist es auch absolut nicht gewöhnt, dass er nicht uneingeschränkt meine Aufmerksamkeit hat. Oft ist es aber momentan so, dass unser Tiger Phasen hat, wo er absolut jeden Vorschlag, jede Frage von uns mit einem vehementen „Nein“ beantwortet… Schlagen wir ihm A vor, möchte er B – fragen wir, ob er A oder B möchte, will er garantiert C… Das kann auch schon mal beim Frühstück beginnen – nachdem das Marmeladebrot endlich gestrichen und essfertig ist (was sich auch schon manchmal als schwierig gestaltet), möchte unser Tiger unbedingt Wurst und Käse.. Unser Tiger will ins Freie gehen, aber anziehen (sogar wenn es nur um ein Shirt geht) zieht sich.. Jedes Wickeln wird zur Herausforderung, aber ohne Windel möchte er auch nicht sein und auf die Toilette/Töpfchen gehen erst recht nicht.. Er macht auch manchmal Dinge von denen er weiß, dass wir es nicht mögen.. Vor einigen Tagen nahm er sich einen Stein und rief vorher ganz laut: „Papa, ich schmeiße den Stein in die Wiese!“, wartete bis der Papa schaute und warf den Stein.

Wenn die Konfliktpunkte mehrere Tage die Überhand nehmen, wird es Zeit, auf unser eigenes Verhalten zu schauen! Ohne groß nachzudenken fallen mir auf Anhieb einige Punkte ein, die unsere Konfliktsituationen nicht besser machten. Wir arbeiteten letzte Woche natürlich viel im Garten, da haben wir wenig Zeit für unseren Tiger und er muss sich oft alleine beschäftigen, da er nicht überall mithelfen kann/will. Wir haben uns die Woche auch einige Arzttermine eingeteilt, da das gemeinsam einfach angenehmer ist und natürlich mussten auch für den Garten noch einige Dinge besorgt werden – einkaufen stand daher auch häufiger bzw. länger auf dem Programm. Dazu kommt noch, dass ich letzte Woche einfach nur k.o war/bin – man sah es der Wohnung auch schon deutlich an.. Das wiederum birgt ebenfalls viele Konfliktpotentiale! Damit unser Tiger konzentriert und selbstständig arbeiten kann, braucht er ein gewisses Maß an Ordnung, um Ablenkungen zu vermeiden. Wäscht er z.B. in der Spüle ab, funktioniert das nur, wenn er die Spüle wie gewohnt vorfindet. Befindet sich noch (zu viel) schmutziges Geschirr in und rund um die Spüle, tobt sich der Tiger natürlich aus und macht dann plötzlich Sachen, die er sonst nicht macht (ganze Schüsseln/Tassen mit Wasser einfach auf den Boden schütten, fängt an Geschirr zu schmeißen, etc.).. Ich möchte natürlich nicht, dass er noch mehr Chaos verbreitet, wenn das Chaos schon riesig ist und schlechte Laune ist somit vorprogrammiert. Andererseits bin ich nicht besonders geduldig, wenn ich müde und k.o bin.. Oft konnte man die Reaktionskette der schlechten Laune sehr gut beobachten – ich meckere unseren Tiger an (meist ungerechtfertigt!), er geht zu Papa und wütet dort und der Papa kommt mit schlechter Laune auf mich zurück. Sehr oft fängt der Tigerpapa die ganze schlechte Laune des Tigers aber auch einfach ab und deeskaliert damit die ganze Situation – ich bin ihm oft unsagbar dankbar dafür! Denn dann können wir alle ruhiger aus der Situation gehen. Funktioniert natürlich oft auch in die andere Richtung.

Grundsätzlich ist es natürlich völlig in Ordnung und absolut normal, dass auch ich bzw. der Tigerpapa einmal genervt sein dürfen und wir dann auch überreagieren. Der Tiger darf uns auch mal ungeduldig kennen lernen und sehen, dass es im Alltag eben Konflikte gibt. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt – ist der Tiger von uns genervt, darf er auch das deutlich zeigen. Auch wenn das alles in Ordnung ist und vielleicht auch wichtig, so müssen uns Erwachsenen zwei Dinge vor allem klar sein. Erstens: Unsere Kinder sind nicht an den Konflikten Schuld! Wir Erwachsenen tragen die Verantwortung für unser Verhalten und auch wir sind maßgeblich für die Grundstimmung der Situation verantwortlich. Es ist völlig normal, dass es nicht immer harmonisch sein kann, doch nicht unsere Kinder sind dafür verantwortlich, sondern wir selbst! Zweitens: Es liegt an uns, einen Weg nach draußen aus diesen Konfliktsituationen zu finden! Es fällt uns Erwachsenen oft schon sehr schwer, zurück zu unseren „normalen“ Emotionen nach einem Streit zu finden, wir dürfen nicht erwarten, dass das unsere Kinder besser können als wir! Auch wenn sich die Konflikte häufen, liegt der Schlüssel zur Veränderung an uns und nicht an den Kindern!

2016-06-24_01
Letzte Woche lag es ganz klar an dem Tigerpapa und mir, dass wir in dieser schwierigen Zeit für unseren Tiger die Konflikte abfangen oder ihn eben dadurch begleiten. Selten machen wir das beide „gut“, aber es reicht, wenn zumindest einer von uns ruhig bei der Sache bleibt und geduldig auf seine Bedürfnisse eingehen kann.

In den kommenden Beiträgen über die Autonomiephase möchte ich euch gerne zeigen, wie wir diesen Kreislauf der Konflikte letzte Woche durchbrochen haben, die Evolutionsbiologie hinter der Trotzphase, warum diese Phase auch für unsere Kinder so unglaublich schwierig und gleichzeitig wertvoll ist und auch, was andere Autoren darüber schreiben, bzw. euch einige Lösungsvorschläge zusammentragen und auch beschreiben, wie wir schwierige Situationen zu lösen versuchen – gleich vorweg, das funktioniert natürlich nicht immer, aber hinterher ist man immer schlauer und beim nächsten Mal kann man es anders machen *hehe*.

Jetzt im Ernst – Augenarztbesuch mit 2 Jahren?!

Gestern waren wir (der Tigerpapa und ich) mit unserem Tiger beim Augenarzt, da dieser Termin ja im Mutterkindpass im Zeitraum von 22-26 Monate vorgesehen ist.. Da ich mir diesen Besuch schon nicht sonderlich einfach vorstellte, suchte ich einen privaten Augenarzt, der zwar nicht ausschließlich auf Kinder spezialisiert, aber doch für diese Untersuchung von verschiedenen Stellen empfohlen wird.

Nach der Anmeldung und einer kurzen Wartezeit wurden wir schließlich in das Vorsorgezimmer gebeten und eine nette Dame mittleren Alters begann mit der Untersuchung. Als erste Übung wurde unserem Tiger ein „E“ aus Karton in die Hände gedrückt. Anschließend wurde das „E“ in verschiedene Richtungen am Monitor eingeblendet und der Tiger wurde aufgefordert, das „E“ in die Richtung zu halten, in der es angezeigt wird. Der Tiger guckte kurz auf den Monitor und begann mit seinem „E“ aus Karton zu spielen. Ich erklärte der Dame, dass unser Tiger erst 2 Jahre alt ist und diese Aufgabe unmöglich lösen kann..! Soweit so gut, das sah sie ein. Danach wollte sie den Tiger mit dem Gerät untersuchen, das sicher jeder von euch kennt – man legt das Kinn auf, stützt die Stirn gegen einen Bügel und guckt minutenlang ohne blinzeln auf einen Lichtpunkt.. Dass das mit einem 2-jährigen unmöglich ist (obwohl der Tiger wirklich sehr kooperativ war), brauche ich euch vermutlich gar nicht sagen. Etwas frustriert bat uns die Vorsorgeuntersuchungsdame wieder in Warteraum, der Arzt wird gleich kommen..

Nach einigen Minuten Wartezeit bat sich uns dann doch nochmal in den Raum zur Vorsorge und kam mit einer neuen Übung – sie klebte dem Tiger sein linkes Auge zu, blendete am Monitor 12 Symbole ein (z.B. Blume, Stern, Auto) und sagte dem Tiger, er solle erzählen, was er sieht.. Natürlich funktionierte auch das nicht und ich schlug vor, dass sie ihm doch ein Symbol zeigen sollte – das übernahm dann der Tigerpapa. Mit viel Mühe und Überredungskunst benannte der Tiger dann ein Auto, aber vorrangig war er (wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt) mit dem zugeklebten Auge beschäftigt… Die andere Seite sollte ich dann zuhalten, doch auch das funktionierte (wen wundert es) überhaupt nicht.. Dem Arzt erklärte sie dann kurz, dass unser Tiger nur ein einziges Symbol benennen konnte *haha*.

Nach einer weiteren Wartezeit durften wir zum Arzt. Dieser zeigte unserem Tiger einen kurzen Animationsfilm, wo man einen Cartoon-Piranha sah, der weit das Maul aufriss und zuschnappte – diese Szene wiederholte sich immer wieder.. Unser Tiger kennt nur unser Aquarium mit den realen Fischen, es war ihm also unmöglich diesen Cartoon als Fisch zu benennen! Traurig fanden wir allerdings, dass sogar Ärzte annehmen, dass Kinder in dem Alter mit dieser Art von Zeichentrickfilmen vertraut sein müssen…

2016-06-24_03

Wenn man „nur“ Fische wie im rechten Bild erkennt, ist es für einen 2-jährigen doch unmöglich, links einen Fisch zu benennen!

Dann erfolgte die einzig halbwegs sinnvolle Untersuchung der Augen des Tigers – dabei zeigte sich unser Tiger wieder sehr kooperativ und daher war diese Untersuchung schnell erledigt. Anschließend sollte der Tiger wieder etwas am Monitor benennen, aber er sagte selbst, dass er nichts mehr sagen wird und stand auf *haha*. Der Arzt sah dann endlich ein, dass das nichts mehr wird – somit beendeten wir diesen Arztbesuch!

Nach etwa 1 1/2 Stunden waren wir dann also eine ganze Stange Geld los (sie haben den Gutschein dieses Gesundheitsheftchens nicht genommen) und im Mutterkindpass steht nun ganz überraschenderweise: „Entwicklung altersgemäß“!!