Großer Bruder – kleine Schwester

Nachdem die *Biene-Geburt* so traumhaft verlaufen ist, riefen wir gleich danach den Tigerpapa an – er und unser Tiger sollten gleich ins Krankenhaus kommen. Wir waren natürlich alle dementsprechend neugierig, wie wohl unser kleiner Tiger auf seine noch kleinere Schwester reagieren würde! Obwohl unser Tiger wirklich *sehr gut auf unsere Biene vorbereitet* war, konnte man ja doch nie genau, wie er dann wirklich reagieren würde..

Bereits eine Stunde nach der Geburt kommen meine beiden Männer. Sowohl der Tigerpapa als auch der Tiger waren auf die Sekunde unsterblich verliebt in unseren kleinen, frischen Erdenbürger! Es war wunderschön mit anzusehen, welche Freude die zwei gleich mit unserer Biene hatten. Unser Tiger streichelte seine kleine Schwester, gab ihr Bussis und wollte sie auch gleich halten. Ich war soo erleichtert, dass sich die Liebe, die er für unsere Biene im Bauch empfand sich kein bisschen verändert hatte.

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Die ersten Tage
Obwohl der Start wirklich sehr gut war, waren die kommenden Tage sehr schwierig für unseren Tiger. In der Nacht, die ich mit unserer Biene im Krankenhaus verbrachte, war unser Tiger bei meiner Mama. Er schläft oft und gerne bei ihr, doch in dieser Nacht weinte er sehr viel und wollte ständig zu mir ins Krankenhaus. Am nächsten Tag holten mich die beiden dann ab (der Tigerpapa musste arbeiten) und unser Tiger hatte Sorge, dass wir nur die Biene mit nach Hause nehmen und ihn im Krankenhaus vergessen. Er war auch unglaublich laut und unruhig. Er wirkte manchmal sehr verloren und konnte oft überhaupt nicht zuhören. Er war die ersten Tage auch sehr „schlimm“ bzw. machte eben viele Sachen, von denen er wusste, dass er sie nicht darf und hörte auch bei Erklärungen nicht zu. Der Tigerpapa hatte anfangs große Probleme auf sein Verhalten angemessen zu reagieren und so war die Stimmung die ersten Tage einfach schwierig.

Ich nahm mir daher sehr viel Zeit für unseren Tiger. Wann immer unsere Biene schlief (und das war die ersten Tage wirklich sehr viel) beschäftigte ich mich ausschließlich mit dem Tiger. Ich achtete darauf, dass wir die Tage ruhig und ähnlich wie vor der Biene gestalten. Stundenlang habe ich einfach nur mit ihm gespielt, gemalt, gesungen oder was er eben sonst noch machen wollte. Langsam merkte man dann auch, wie er wieder ruhiger wurde. Wir haben bis jetzt auch sehr wenig Besuch empfangen, damit unser Tiger genügend Zeit hat, um sich an unsere Biene zu gewöhnen und wir auch genügend Spiel-Zeit miteinander haben.

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Auch der Kontakt zu unserer Biene war mir sehr wichtig und so durfte er sie auch nehmen, kuscheln, streichen, Bussis geben, wann immer er wollte – ganz gleich, ob sie gerade schlief oder nicht. Er suchte ihre Kleidung aus und half beim Wickeln und Baden mit. Er hatte immer bzw. hat eine riesen große Freude mit ihr. So wenig es irgendwie ging, schob ich die fehlenden Zeit für ihn auf unsere Biene. Er war in ihrer Anwesenheit immer sehr aufgedreht, war laut, sprang durch die Gegend. Alles in allem dauerte es gut eine Woche, bis ich das Gefühl hatte, er fängt an, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Wenn sie weint, schaut er immer nach ihr und möchte sie trösten. Während den Stillzeiten können wir mittlerweile miteinander lesen – anfangs war das unmöglich, da er nicht still sitzen konnte wegen seiner Aufregung.

Während diesen ganzen schwierigen Tagen hat sich aber seine Liebe und Fürsorge gegenüber unserer Biene nicht verändert und ich bin unheimlich stolz auf ihn, dass er die neue Situation so annimmt!

Zurück ins Babyalter
Bereits vor der Geburt unserer Biene ist unser Tiger wieder in einigen Verhaltensweisen in ein jüngeres Alter zurück gefallen. Seit der Geburt ist dieses Verhalten in gewisse Bereiche sehr ausgeprägt worden. Allerdings ist das ein völlig normales Verhalten nach der Geburt eines jüngeren Geschwisterkindes. Am Tag nach der Geburt hat unser Tiger ständig davon gesprochen, dass auch er ein Baby ist und wollte auch viel getragen werden – dem bin ich natürlich nach gekommen. Er isst auch momentan nur mit den Fingern, Besteck lehnt er komplett ab. Vor der Geburt hat es bereits angefangen, dass er viele Dinge in den Mund nahm – seit der Geburt nimmt er einfach alles in den Mund. Soweit die Dinge nicht kaputt werden, sag ich dazu nichts und lasse ihn machen. Bei Bücher oder seinen Puzzles erkläre ich ihm die Konsequenzen, also dass diese Dinge eben kaputt werden. Grundsätzlich ist unser Tiger zur Zeit sehr unselbstständig und braucht viel Hilfe – im Grunde ja nichts anderes als die Bitte um Aufmerksamkeit und soweit irgendwie möglich, bekommt er natürlich jede Hilfestellung, die er braucht. Ich nehme diese „Phase“ mit großer Gelassenheit und achte sehr auf die momentanen Bedürfnisse des Tigers. Ich weiß, dass er diese Verhaltensweisen wieder ablegt, wenn er soweit ist und dann wieder seine Selbstständigkeit einfordert. Bis dahin genieße ich es einfach, meinem kleinen Tiger wieder einige Tage/Wochen mehr unter die Arme greifen zu dürfen.

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Der Weg in den Alltag
Kommende Woche hat der Tigerpapa noch Urlaub, danach wird sich unser Alltag zu dritt wieder einpendeln – ich bin schon gespannt, wie lange es dauern wird, bis alles wieder halbwegs rund läuft! Doch es läuft bereits jetzt besser, als ich es jemals erwartet hätte, denn unser Tiger ist einfach der beste Bruder, den sich unsere kleine Biene vorstellen könnte. Ich bin sehr stolz, Mama von zwei so tollen Kindern zu sein und kann jetzt die Zeit gemeinsam schon sehr genießen!

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4 Kommentare zu “Großer Bruder – kleine Schwester

  1. Pingback: Beginn einer wundervollen Stillbeziehung?! – Tigers großes Abenteuer

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