Unsere intuitive und selbstbestimmte Biene-Geburt!

Da ich mich im Vorhinein intensiv mit der *Tigergeburt* auseinander gesetzt und sie auch wirklich *verarbeitet* habe, ging ich diesmal mit völlig anderer Einstellung und vor allem gefühlt gut vorbereitet in diese zweite Geburt. Grundsätzlich haben wir auch die Rahmenbedingungen komplett verändert – das ausgewählte Krankenhaus als Geburtsort und diesmal soll meine Mama mit dabei sein und unser Tiger beim Tigerpapa. Nach dem 1. September waren wir also gedanklich bereit, dass es jederzeit losgehen könnte.

Mittwoch, etwa 4 Uhr. Ich liege im Bett und höre unseren Tiger im Schlaf reden: „Wo ist denn die Giraffe? Trinkt sie jetzt?“. Ich muss auf die Toilette und warte, bis unser Tiger wieder fest eingeschlafen ist. Ich spüre, dass es nass wird im Bett – diesmal weiß ich schon Bescheid und beeile mich, um aus dem Schlafzimmer zu kommen. Kaum ist die Türe geschlossen kommt der Platsch und ich stehe im Fruchtwasser. Den Tigerpapa wecke ich diesmal mit den Worten: „Jetzt sparst du dir doch noch deinen schweren Arbeitstag morgen.“ *haha* Wir rufen gemeinsam die Tigeroma, also meine Mama an. Sie kommt und wir beschließen gemeinsam, dass meine Mama und ich mit der Rettung ins Krankenhaus fahren. Ich verabschiede mich mit feuchten Augen von unserem Tiger, einer der schwersten Momente des Tages für mich. Dann fahren wir ins Krankenhaus. Dort angekommen werde ich untersucht – es hat sich natürlich noch nichts getan und wir dürfen uns etwas schlafen legen.

7 Uhr – Schichtwechsel. Die neue Hebamme begrüßt mich – ich werde wieder untersucht und es werden Herztöne und Wehen geschrieben. Ich spüre ein leichtes Ziehen überall, aber sonst tut sich gar nichts. Also lassen wir uns ein leckeres Frühstück mit Kaffee nicht entgehen und gehen dann spazieren. Der Tag ist traumhaft schön – Sonnenschein und perfekte Morgentemperaturen. Die kommenden Stunden waren unglaublich entspannend und lustig mit meiner Mama, es tut sich nur in Bezug auf die Geburt gar nichts. Ich bereite mich darauf vor, dass die Geburt medizinisch weitergeht, dass es ähnlich wie bei unserem Tiger wird und es ist für mich absolut in Ordnung – wie es kommt, so soll es sein!

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Etwa 10:30 Uhr – noch immer tut sich nichts.. Die Hebamme gibt mir Globuli, die die Geburt in Gang bringen soll – ein Versuch ist es ja wert, obwohl ich nicht überzeugt bin. Nur eine halbe Stunde später ist die Situation ein ganz andere – die Wehen wurden schlagartig sehr stark und ich war zuerst etwas überfordert mit der Geschwindigkeit und der Stärke, die die Wehen jetzt an den Tag legen. Die Atmosphäre ist sehr gemütlich in dem Raum und ich finde mit Hilfe meiner Mama schnell eine Position, die sich absolut richtig anfühlt. Wehe für Wehe bringt unsere Biene weiter zu uns. Die Wehenpausen konnte ich unglaublich gut nutzen und nickte sogar das eine oder andere Mal dazwischen weg (Vormittag haben wir uns noch darüber lustig gemacht, dass man sowas zwar hört, aber dass das sicher nicht funktioniert..!). Auch unsere Biene arbeitet irrsinnig intensiv mit. Ich weiß in dem Moment genau, was ich zu tun habe, wie atmen, wie sitzen, wie entspannen. Die Hebamme hält sich im Hintergrund – kommt nur immer mal wieder und beobachtet – es gibt keine Untersuchungen zwischendurch. Ohne jegliches Zeitgefühl zieht Wehe für Wehe über mich hinweg – ich atme konzentriert und verlasse mich auf mein Gefühl.

12:30 Uhr. Die Hebamme bittet uns mit in den Kreissaal zu kommen (wieder ohne Untersuchung) – dort ziehe ich überhaupt erst meine eigene Kleidung aus. Ich weiß auch jetzt intuitiv, was ich zu tun habe. Die Hebamme leitet mich etwas durch diese Endphase der Geburt, damit es nicht zu schnell geht. Ich fühle mich sehr stark und selbstbestimmt.

13:00 Uhr: Im Vierfüßerstand wird nur wenige Minuten später unsere kleine Biene geboren. Der Moment war überwältigend, einfach unglaublich. Zwischen meinen Füßen hindurch nehme ich dieses zarte Wesen hoch, ich halte dieses Wunder in meinen Händen und es fühlt sich großartig an. Keine Geburtsverletzung, kaum Blutverlust, keine Probleme mit der Nachgeburt. Ich bin sehr fasziniert, wie diese Geburt gelaufen ist – so unglaublich intuitiv und selbstbestimmt und einfach perfekt!

Immer wieder habe ich davon gelesen, dass Frauen wissen, was zu tun ist und konnte es nach der Tigergeburt einfach nicht glauben, dass es so etwas gibt.. Doch diesmal fühlte ich mich zu jeder Zeit absolut ernst genommen und selbstbestimmt – das gesamte Umfeld war einfach perfekt, meine Mama die beste Unterstützung und auch meine Hebamme ist immer mit mir mitgegangen und konnte mich so auch gegen Ende hin wirklich gut führen. Unsere Biene hat sehr intensiv mit gearbeitet und ich lies mich intuitiv von ihr führen – ein unglaublich tolles Erlebnis!

Ich bin unsagbar dankbar und glücklich, dass ich so eine Geburt erleben durfte!

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14 Kommentare zu “Unsere intuitive und selbstbestimmte Biene-Geburt!

  1. Es klingt nach einer sehr tollen und schon fast „entspannten“ Geburt, wenn man den Begriff entspannt überhaupt in Kombination mit Geburt nennen kann 😀
    Freut mich, dass du so tolle Erfahrungen gemacht hast. Durch deinen Bericht freue ich mich gleich noch ein Stück mehr auf die Geburt unserer Zwillinge. Mal gucken, wann sie sich auf den Weg machen.

    LG und eine schöne kennenlernzeit mit der Biene.

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    • Jaa, es war wirklich ein unglaubliches Erlebnis!
      Ich wünsche dir für die Geburt eurer Zwillinge von Herzen das Beste und dass auch ihr mit so einem großartigen Gefühl aus diesem Ereignis gehen könnt!
      Alles Liebe und Gute und ich fiebere schon richtig mit, wann es bei euch soweit ist *hihi*
      Liebe Grüße,
      Ricarda

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    • Vielen Dank :-*
      Ich hoffe sehr, dass es ganz bald los geht… Habe schlimm mit Wassereinlagerungen zu kämpfen. Muss das morgen früh beim Frauenarzt unbedingt ansprechen. Mein rechtes Bein tut dadurch beim laufen schon richtig weh :-/
      LG Sabrina

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  2. Hallo liebe Tigermama!

    Ich folge deinem Blog nun schon lange Zeit und wenn ich einen neuen Beitrag lese, ist es fast schon, als ob ich einer lieben Freundin zuhöre. Ich freue mich mit Dir, und dein Geburtsbericht hat mir die Tränen in die Augen getrieben – auch weil ich an meine vier erlebten Geburten denken muss.
    Zwei, wie ich sie mir gewünscht hatte und zwei Kinder hatten einen etwas holprigen Start ins Leben, mit dem ich aber meinen Frieden gemacht habe. Auch diese Erfahrungen machen mich ein wenig reicher, und ich bin stolz auf meine kleinen Kämpfer.
    Liebe kleine Biene – ich wünsche dir von Herzen einen tolles, wildes Leben!

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    • Liebe Christiane!
      Ich freue mich wirklich sehr über deine lieben Worte!
      Jaa, du hast recht – „negative“ Erfahrungen bereichern ebenso das Leben wie positive und seien wir froh, dass wir sie alle erleben dürfen, diese wunderschönen und manchmal so harten und schwierigen Momente mit unseren Kindern!
      Deine letzten Worte haben mich zum Schmunzeln gebracht – ein tolles, aber vor allem wildes und aufregendes Leben wünsche ich mir für meine Kinder auch. Vielen Dank dafür!
      Ich wünsche auch deiner Familie von Herzen nur das Beste und einen Lebensweg mit vielen spannenden Abenteuern!
      Ganz liebe Grüße,
      Ricarda

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  3. Vielen Dank für den Bericht. Das bestätigt wieder die häufig genannten schnellen, zweiten Geburten 🙂 2,5h von erster Wehe bis zum Baby. Wow! Herzlichen Glückwunsch und eine schöne Familienneufindungszeit 🙂

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    • Vielen Dank liebe Yvonne!
      Diesmal ist es wirklich sehr schnell gegangen – mich fasziniert aber weiterhin nicht die kurze Zeit, sondern dieses absolut intuitive Wissen, was ich zu tun hatte 🙂
      Liebe Grüße,
      Ricarda

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