39. SSW – über das erste Loslassen

Unsere Kinder brauchen zum Wachsen Wurzeln und Flügel. Wurzeln, damit sie wissen, wo ihr Platz ist. Wo sie hingehören und wo sie jederzeit einen Ort der Geborgenheit und des Rückzugs aus dem Leben finden. Wir Eltern geben ihnen diese Wurzeln, indem wir immer für sie da sind und ihnen das Gefühl geben, etwas Besonderes und Wichtiges zu sein und sie bedingungslos lieben. Aber Kinder brauchen auch Flügel, denn sie müssen eigene Fehler und eigene Erfahrungen machen. Sie müssen selbst entscheiden, was sie aus ihrem Leben machen wollen, wo ihre Interessen liegen und wohin ihr Weg sie führen wird. Daher ist das Leben mit Kindern durch ständiges Loslassen geprägt – Loslassen alter Denkmuster; Loslassen, wenn sie die erste Nacht auswärts schlafen wollen; Loslassen, wenn sie selbstständig agieren wollen; Loslassen in der Pubertät; Loslassen, wenn sie ihr Leben selbst leben – die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Wir müssen unseren Kindern Flügel geben, denn sie haben ihr eigenes Leben und wir geben ihnen Wurzeln, damit sie jederzeit zu uns zurück kommen können.

Diese Woche beschäftigt mich das allererste Loslassen in der ganzen Zeit mit Kindern: das Loslassen der Schwangerschaft. Ich bin wirklich gerne schwanger, ich liebe diese intensive Verbindung mit unserer Biene. Ich bin fasziniert vom Wunder Mensch und von meinem Körper – was er erschaffen hat, wie er das Baby aufwachsen lässt, wie er sich 9 Monate lang absolut instinktiv und richtig um dieses kleine Wesen kümmert und ihm alles gibt, was es braucht. Diese faszinierende und wundervolle Zeit neigt sich dem Ende und es kommt daher für mich die Zeit des ersten Loslassens in unserem gemeinsamen Leben. Ich bereite mich auf die Ankunft unserer kleinen Biene vor – die Wehmut über das Ende der Schwangerschaft weicht der Vorfreude über die Ankunft unseres kleinen Wunders.

„Manchmal fällt es aber auch gar nicht so leicht, diesen lieb gewonnen und so nahen Kontakt mit dem Baby aufzugeben. Oft wird die Schwangerschaft auch als eine besonders schöne, emotional weiche Zeit betrachtet. Eine Zeit der Ruhe, des Verwöhnens und der großen Gefühle.“*

Diese Woche war geprägt von vielen Höhen und Tiefen – von der glücklichsten Frau der Welt bis hin zu dem Gefühl, nichts passt, war alles dabei. Ich habe endlich die letzten Reste meines Schnupfens bekämpft. Ich hatte viel Schwung und konnte einiges erledigen. Mittlerweile hat dieser berühmte „Nesttrieb“ eingesetzt, denn momentan verbringe ich am liebsten die Zeit zu Hause mit dem Tiger oder bin mit Vorbereitungen beschäftigt. Dann gibt es diese Stunden und Tage, wo nichts geht. Ich würde mich gerne am liebsten im Bett verkrümeln und die Zeit laufen lassen. Ich schwanke ständig zwischen Nervosität und Aufregung und Vorfreude.

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Ich bin froh, dass ich unseren Tiger habe – an Tagen, wo ich am Zweifeln bin, wie alles funktionieren sollte, gibt er mir so viel Kraft. Wir spielen und lachen viel miteinander, er gibt mir die Zuversicht, dass wir alles schaffen werden. Wenn ich sein herzhaftes Lachen sehe und höre und mir dann vorstelle, dass mich bald zwei Kinder so anstrahlen werden, weiß ich, dass alles gut wird, egal wie es kommt!

*“Geborgen wachsen – wie Kinder glücklich groß werden“ von Susanne Mierau

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Ein Kommentar zu “39. SSW – über das erste Loslassen

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