Wenn der Aufmerksamkeitstopf leer ist…!

Ich habe euch vor einiger Zeit von der Urlaubswoche des Tigerpapas erzählt. Die Woche war chaotisch und unser Tiger (wie allgemein so schön gesagt wird) *mitten in der Trotzphase* und daher sehr schwierig.

Doch schauen wir uns die Woche und die Sache mit der Trotzphase doch genauer an! Der Tigerpapa startete richtig übermüdet dank laaaanger Arbeitswoche in den Urlaub, ich war dank Eisenmangel (wie ich danach erfahren habe) müde, antriebslos und sehr unmotiviert für alles. Wir haben uns die Woche einige Termine eingeteilt (Baby-Untersuchung, Augenarzt, Tierarzt mit unserem Odie, Friseur, wichtige Einkäufe im Baumarkt für den Garten) und gleichzeitig sehr viel im Garten gearbeitet. Die Wohnung war chaotischer als sonst und somit häuften sich unsere „Nein´s“ auch bei Dingen, die unser Tiger sonst darf.

Grundsätzlich wollen Kinder kooperieren. Kinder haben einen sehr ausgeprägten Sinn dafür, was gut für sie ist – und im Gegensatz zu uns Erwachsenen hören sie auch meist darauf. Wir Eltern sind es, die das Überleben unserer Kinder sichern und das wissen sie – Babys weinen nachts, da sie sicher sein wollen, dass die schützenden Eltern bei ihnen sind. Es entspricht also absolut nicht der Natur unserer Kinder, uns bewusst zu ärgern oder uns absichtlich wütend zu machen – ihr Überleben wäre dadurch schlichtweg gefährdet. Doch woran liegt es, wenn unsere Kinder plötzlich aus der Haut fahren, Dinge tun von denen sie wissen, dass sie nicht dürfen oder gar gefährlich sind oder uns scheinbar absichtlich provozieren.

Oftmals liegt sicher sehr viel konfliktpotential darin, dass Kinder und Erwachsene unterschiedliche Signale für die gleiche Sache aussenden bzw. erwarten. Einen eigenen Beitrag findet ihr hier:
*Provokantes Lächeln als Versöhnung*

Mindestens genauso oft liegt es aber an der fehlenden/falschen/negativen Aufmerksamkeit. Kinder sind auf unsere Aufmerksamkeit angewiesen – wir sind ihre größten Vorbilder und sie wollen von uns gesehen und gehört werden. Und nun möchte ich nochmal darauf zurück kommen, dass Kinder grundsätzlich kooperieren wollen. Und ich würde behaupten, dass gar nicht ihr Maß an Kooperationbereitschaft mit anhaltender, verlangter Kooperation sinkt, sondern dass es ihnen irgendwann, wenn der Aufmerksamkeitstopf leer ist, schlichtweg unmöglich ist, weiter zu kooperieren. Auch wir Erwachsenen können nur über einen gewissen Zeitraum kooperativ sein – vor allem, wenn unsere Kooperation dann nicht einmal richtig gesehen oder wertgeschätzt wird. Wenn Kinder also unaufhaltsam unsere Aufmerksamkeit (vor allem durch negatives Verhalten) fordern, liegt es wahrscheinlich daran, dass ihr Aufmerksamkeittopf leer ist und gefüllt werden möchte. Erst wenn wir uns unseren Kinder aufmerksam zuwenden, ihnen zuhören und Zeit schenken, können sie auch umgekehrt wieder kooperativ sein. Trotziges Verhalten ist kein Fehlverhalten unserer Kinder, sondern ein natürliches Verhalten in einer verzweifelten Situation. Es ist unsere Aufgabe zu hinterfragen, was das Kind momentan braucht.

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Ich glaube auch nicht daran, dass es Kinder mit einem größeren Topf gibt, als andere. Dass es Kinder gibt, wo der Topf länger gefüllt werden muss. Ich bin davon überzeugt, dass es Phasen sind – jedes Kind hat Phasen, in denen es mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit benötigt und das auch dementsprechend einfordert. Jedes Kind hat Phasen, in denen der Topf schneller geleert wird und länger braucht zum Auffüllen. Phasen, in denen das Kind sehr lange kooperieren kann und Phasen, in denen der Topf ein großes Loch zu haben scheint.

Nachdem die erste Hälfte der besagten Urlaubswoche in einem Desaster endete, ließen der Tigerpapa und ich am Donnerstag Abend dieser Urlaubswoche die Tage Revue passieren und änderten unseren Kurs. Freitag Vormittag stand unser Friseurbesuch noch an – danach ging es gleich mit dem Tigerpapa alleine in das Schwimmbad, denn unser Tiger liebt schwimmen. Ich kümmerte mich währenddessen um die Wohnung, um unserem Tiger seine gewohnte Selbstständigkeit zu ermöglichen. Samstag war der Tigerpapa unterwegs und so habe ich mir den ganzen Tag nur für den Tiger Zeit genommen – alleine der Weg in den Garten dauerte um die 2 Stunden, weil wir alles machten, was unser Tiger wollte (Züge bei den Bahnschranken abwarten, Feuerwehrautos schauen, durch verschiedene Wiesen laufen, Kreise mit dem Laufrad fahren,…). Wir waren den ganzen Tag im Garten und haben stundenlang Sand gespielt, gelesen, gesungen, gelacht und was der Tiger sonst noch so machen wollte. Diese zwei Tage gehörten ganz unserem Tiger – er durfte entscheiden, gespielt wurde nach seinen Regeln und vor allem haben wir uns nur ihm gewidmet. Wir haben unserem Tiger unsere volle Aufmerksamkeit und viel Verständnis entgegen gebracht. Und bereits nach den beiden Tagen hat sich unser Tiger verändert. Man merkte sofort, dass auch seine Kooperationsbereitschaft langsam wieder anstieg – sein Aufmerksamkeitstopf füllte sich mit jeder gemeinsamen Minute. Und auch seine Laune besserte sich zunehmend – seine Wutausbrüche wurden weniger, sein Durchsetzungswille völlig unwichtiger Dinge sank. Sein Lachen aus tiefstem Herzen kam wieder zurück, denn es gab keinen Kampf mehr. Und so konnten wir völlig entspannt noch 2 gemeinsame Tage zu dritt genießen und wieder mit frischer Energie in unseren Alltag zu zweit starten.

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