Herausforderungen des maximal Schaffbarem

Kinder folgen ihrem eigenen Bauplan, sie sind Baumeister ihrer selbst. Sie stürzen sich von sich aus von einer Herausforderung in die nächste. Zunächst als Neugeborene noch sehr bedacht auf den Schutz ihrer Bezugsperson und mit Beobachtungen. Doch nach und nach wird deutlich, wie hart Kinder an sich arbeiten – die Bewegungen werden langsam koordinierter, sie setzen sich auf, beginnen sich fortzubewegen, stehen auf, laufen los. Alles in ihrem eigenen Tempo und in der individuellen Reihenfolge – man kann diese Schritte weder beschleunigen noch verlangsamen.

Mit dem Alter der Kinder ändern sich die Herausforderungen immer wieder, doch eine Herausforderung bleibt ein Leben lang bestehen – das Erstreben des Maximums des eigenen Schaffbaren. Das richtig tolle an der Sache ist, dass sich Kinder von sich aus ohne unser Zutun diese Herausforderungen suchen und bestreiten. Sie üben und trainieren, bis sie schaffen, was sie sich in den Kopf gesetzt haben. Unsere Aufgabe als Eltern ist es, sie in ihrem Bestreben nach dem maximal Schaffbaren nicht zu stören oder es gar zu unterbinden. Im Idealfall räumen wir ihnen alle Schranken aus dem Weg, damit sie sich ungestört den Herausforderungen widmen können.

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So schnell und schwer wie möglich
Momentan beschäftigen unseren Tiger vor allem Gewicht und Geschwindigkeit. Schon seit er laufen kann, versucht er Dinge von A nach B zu schleppen – manchmal für ihn wirklich zu schwere Sachen. Das hat sich bis heute nicht geändert und ich bin immer wieder fasziniert davon, wie ehrgeizig und lange er manchmal schwere Dinge durch die Gegend trägt. Für ihn viel zu schwere Steine sind eine richtige Herausforderung. Seit einigen Wochen findet er es sehr spannend, schwere oder unhandliche Sachen bei uns die Treppe bis in den dritten Stock zu tragen – dabei braucht er manchmal ewig und kommt richtig k.o. oben an *hihi*. Aber sein Gesichtsausdruck spricht Bände. Ähnlich verhält es sich mit dem Laufrad – mit jedem Mal bergab fahren, fährt er etwas schneller, taucht kräftiger an und bremst seltener. Er hat mittlerweile schon einige Stürze zu verzeichnen, doch er lernt schnell dazu und kann neue Situationen besser einschätzen.

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Bitte kein Wettbewerb!
Dieses Bestreben nach schwer und schnell hat aber nichts mit dem in der Gesellschaft üblichen Wettbewerb zu tun. Den Kindern geht es nicht darum, dass sie „schneller, weiter, höher, besser als andere“ sind, sondern dass sie „so schnell, weit, hoch und gut sind, wie sie maximal schaffen“ testen können! Kindern geht es um das Austesten der eigenen Grenzen, um das Bestehen ihrer eigenen Herausforderungen, um das Wissen, wie viel sie selbst von sich aus schaffen – ohne jeglichen Vergleich. Der Wettbewerb in unserer Gesellschaft ist für unsere Kinder nicht förderlich! Eine Buchempfehlung zu dem Thema findet ihr *hier*.

Ein hohes Maß an Vertrauen
Das eigene Kind die maximal möglichen Grenzen austesten zu lassen, erfordert ein hohes Maß an Vertrauen seitens der Eltern. Sorgen und Ängste stehen diesem wichtigen Entwicklungsschritt im Weg und ziehen Unfälle magisch an. Doch je größer unser Vertrauen ist, desto weniger passiert, denn unsere Kinder können viel mehr, als wir ihnen oft zutrauen. Immer wieder kann etwas bei ihren Unternehmungen schief gehen, doch uns Eltern bleibt nichts anderes übrig als ihnen Rückhalt zu geben, wenn wir sie in ihrer Entwicklung nicht behindern wollen. Kinder fallen hin, sie verletzen sich, doch sie stehen wieder auf (alleine oder mit unserer Hilfe) und sind um Erfahrungen reicher geworden, sind wieder einen Schritt weiter in ihrer Entwicklung gegangen. Und daher können wir Eltern ihnen vertrauen und unsere Kinder werden es spüren!

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2 Kommentare zu “Herausforderungen des maximal Schaffbarem

  1. Liebe Ricarda!
    Toll, wenn man so einen starken Mann (oder besser gleich 2 starke Männer) im Haus hat. Unser Käferle hatte diese Phase auch, damals hat sie immer den Gartenzwerg durch die Gegend getragen oder den Puppenwagen, hihi…
    Ich finde es großartig, dass du dem Tiger diese Erfolgserlebnisse ermöglichst!!!
    Ganz liebe Grüße,
    Gertraud

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  2. Pingback: Good Bye 2016! – Tigers großes Abenteuer

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