Die Schlaf-Launen und Trotzphasen einer müden Mama

Schlafen ist wohl eines der wichtigsten Themen für junge (und auch bereits langjährige) Eltern. Bei diesem Beitrag geht es jedoch nicht um Schlafprobleme bei den Kleinen und deren Lösungen, Schlafgewohnheiten oder Rituale für Kinder zum Einschlafen – denn meistens sind nicht die Kinder alleine das Problem und so erzähle ich euch heute von meinen Schlaflaunen und den Trotzphasen einer (sehr, sehr) müde Mama.

Ich bin ein Mensch mit einem (riesen) großen Freiheitsbedürfnis, schon immer gewesen und dieses Bedürfnis war mir auch im Bett schon immer wichtig – ich konnte noch nie an jemanden gekuschelt schlafen. Meine Mama hat mir erzählt, dass das bereits als Baby schon so war und das hat sich nie geändert. Außerdem habe ich immer schon sehr viel geschlafen und meinen ungestörten Schlaf als etwas sehr Wichtiges angesehen. In der Schwangerschaft habe ich mir wenig Gedanken dazu gemacht – klar, man schläft eine Zeit lang wenig(er), aber eigentlich hat man keine Ahnung, was da auf einen zukommt.. Und ich bin froh, dass ich es nicht gewusst habe!

Und mit der Geburt des Tigers durfte ich schnell erfahren, unser Tiger hatte ganz andere Bedürfnisse als ich! Die ersten zwei Monate wollte er keine Sekunde ohne mich schlafen und auch mehr als 2 Stunden am Stück waren ihm schon zu lang – mit Beidem konnte ich überhaupt nicht umgehen! Nach dem ständigen, nächtlichen Stillen lies er sich nicht ablegen, dann wurde er sofort wieder wach.. Ich wurde unruhig und kribbelig, wollte mich bewegen, drehen und wenden, ich konnte kaum ruhig liegen bleiben und an Schlaf war gar nicht zu denken. Kaum legte ich den Tiger einige cm von mir weg, war er sofort wieder wach oder rückte wieder nach. Ich weiß noch gut, wie viele Stunden ich nachts geweint und ihn immer wieder gebeten habe, er solle doch ein paar Stunden ohne mich schlafen – von mir aus in meinem Bett neben mir, aber eben nicht auf mir oder ganz heran gekuschelt. Ich probierte unzählige Dinge aus, wie Stillen auf einem Kissen und ihn dann mit dem Kissen neben mich legen, etc.. Zeit zum Nachdenken hatte ich ja nachts genug! Ich war so unendlich müde, alle 2 Stunden wollte er gestillt werden und schlief dann ohne Körperkontakt nicht mehr weiter.. So kam nach 2 Monaten die Entscheidung, dass ich zum Fläschchen griff und den Tiger für ein paar Stunden dem Tigerpapa oder meiner Mama gab um einfach nur zu schlafen! Natürlich war das nicht die beste Lösung und hinzu kamen Schuldgefühle, weil ich das Stillen so schnell aufgegeben habe, doch was Besseres fiel mir unter diesem enormen Schlafentzug einfach nicht ein.

Mit der Zeit gewöhnte ich mich einfach an den Körperkontakt (oder war vielleicht einfach zu müde?!) und so bekamen der Tiger und ich zumindest ein paar Nachstunden Schlaf zusammen – er an mich gekuschelt oder überhaupt auf mir schlafend. Richtig gut schliefen wir aber beide nicht.. Auch die nächtlichen Fläschchen alle paar Stunden blieben, wo ich dann ja sowieso aufstehen musste. Und so dachten wir uns, der Tiger sollte in seinem Zimmer schlafen – vielleicht schläft er besser, wenn es ruhiger ist, denn ich hatte das Gefühl, dass wir ihn öfter aufwecken würden. Gesagt, getan – Tiger ausquartiert und ich hatte mein Bett für mich. Und plötzlich war es so unglaublich ruhig.. Kein ruhiger Atem unseres Kleinen, kein Lachen (er lacht oft nachts im Schlaf) und irgendwie war alles sehr leer – an Schlaf war also gar nicht zu denken für mich. Also wenn Mama so gar nicht weiß, was sie will, wie soll es der Tiger wissen.. Und wie es eben so kommt, wenn Mama nicht bereit ist, wird es auch das Kind nicht sein – der Tiger weinte immer wieder in seinem Zimmer, auch wenn er kein Fläschchen wollte und ich rannte ständig hin und her und war nach ein paar Tagen so unglaublich müde, dass ich beschlossen habe, er soll wieder zu uns!

Mit dem nächtlichen Trinken war es ja auch so eine Sache – grundsätzlich habe ich immer gesagt, dass er es so lange bekommt, wie er es eben braucht. Aber die Anzahl des Trinkens von mindestens 2-3 Mal wollte sich einfach nicht reduzieren und mit etwa 20 Monaten beschloss ich dann, dass ich das nicht mehr weiter so will! Ich kann nicht jede Nacht 2-3x aufstehen, warten bis er fertig getrunken hat und dann weiterschlafen – da bleibt einfach nicht mehr viel Zeit zum Schlafen über… Vor allem, weil er auch zwischen den Mahlzeiten öfter weinte.. Also hat er eines nachts nach einem Fläschchen gefragt und ich habe ihm gesagt, dass es ab jetzt nachts keines mehr gibt, erst in der Früh (also wenn das in den Augen des Kindes nicht eine trotzende Mama ist..). Als Kompromiss war es für ihn akzeptabel, dass wir kuscheln *schmunzel* und mit der Zeit verlangte er nachts auch nicht mehr danach bzw. war es in Ordnung, wenn er erst in der Früh eines bekam und schlief dann auch ohne kuscheln weiter.

Momentan (und ich verwende bewusst dieses Wort) schläft der Tiger bei uns, allerdings braucht er die meiste Nacht kein Kuscheln mehr. In den Morgenstunden kuschelt er sich dann zu mir und wir wachen gemeinsam auf – wie sollte der Tag auch besser beginnen! Er wird in manchen Nächten einmal, in anderen stündlich wach, es ist immer wieder spannend.. Aber warten wir mal ab, wie es weitergeht!

2016-03-05_01
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch – ich möchte keinesfalls behaupten, dass ausschließlich Eltern für schlechten Schlaf von Kindern verantwortlich sind, aber eben auch nicht ausschließlich die Kinder. Wir hatten genau so unsere Phasen, wo wir stundenlang getragen oder stundenlang in den Schlaf gestillt haben, um 4 Uhr morgens spazieren gegangen sind oder einfach mal mitgeweint haben – aber vor allem in der Anfangszeit hätte ich viel zu einem besseren Schlaf beitragen können, wenn ich die Bedürfnisse unseres Tigers hätte erfüllen können. Hinzu kommt, dass unser Tiger eine Milchunverträglichkeit hat, die wir erst nach etwa 19 Monaten entdeckt haben. Nach dem Weglassen der Milch, wurde auch das Schlafen schlagartig besser und das ständige nächtliche Weinen hörte auf, aber darum geht es jetzt eigentlich gar nicht.. Genauso, wie ich anfangs und auch jetzt immer wieder mal etwas einfach nicht schaffe, bin ich auch überzeugt, dass unser Tiger zeitweise einfach nicht kann, auch wenn er wollte – egal, ob es ums Schlafengehen, Weiterschlafen, Durchschlafen oder andere Dinge geht. Ich möchte einfach darauf aufmerksam machen, dass unsere Kinder vor allem unter 2 Jahren gar nicht „nicht-schlafen“ wollen, aber dass die Bedürfniserfüllung einfach manchmal schwierig sein kann. Bezüglich schlafen und kuscheln war ich einfach nicht in der Lage, dass ich meine Bedürfnisse hinten anstelle und die unseres Tigers erfülle – und genauso wenig war auch er in der Lage, sein starkes Bedürfnis nach Körperkontakt beim Schlafen hinten anzustellen. Aber ich gebe zu jeder Zeit mein Bestes und ich bin überzeugt, das weiß unser Tiger auch und er macht es ebenso. Ich werde auch jederzeit mein Bestes geben, wenn der kleine Bauchzwerg auf der Welt ist, aber ich weiß jetzt schon, dass ich auch seine/ihre Bedürfnisse (in dem Fall bezüglich des Schlafens) nicht immer werde erfüllen können – aber das ist in Ordnung! Und kuscheln und schlafen will nach wie vor nicht so Hand in Hand gehen bei mir und das wird sich vermutlich auch nicht ändern…

Tanja vom Blog tafjora.blogspot.de hat das große große Thema „schlafen“ zum Märzthema auserwählt – ich habe meinen Beitrag bei ihr verlinkt *klick*.

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3 Kommentare zu “Die Schlaf-Launen und Trotzphasen einer müden Mama

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