Warum nicht?

Wie an jedem Morgen stehen wir auf, gehen Zähne putzen, ziehen uns an und frühstücken gemeinsam. Unser Tiger steht vom Frühstückstisch auf und geht an diesem Tag direkt auf die Eingangstüre zu – er möchte raus gehen. Meine erste Eingebung war natürlich „Nein, wir gehen jetzt noch nicht raus“ und dann fragte ich mich „Warum eigentlich nicht?“. Das Frühstück können wir auch später aufräumen (das wartet ja Gott sei Dank!), mein Kaffee war schon kalt (abgesehen davon mag ich meinen Kaffee sehr gerne kalt) und es war traumhaft schönes Wetter – also, warum nicht!?

Wir verbrachten zwei wundervollen Stunden bei herrlichstem Sonnenschein im Freien – wir entdeckten wieder viel Neues. Danach war das rein gehen kein Problem und wir erledigten gemeinsam unsere Aufgaben im Haushalt – eine tolle Sache, den Tag so zu beginnen!

2015-05-10_01

Immer wieder, wenn unser Tiger etwas möchte, bei dem ich im ersten Moment „Nein“ denke, frage ich mich im zweiten Moment „Warum nicht“. Es gibt genug Situationen, wo ich bei meinem Nein bleiben muss – gefährliche Situation, gefährliche Sachen, wenn es mal aus zeitlichen Gründen absolut nicht anders geht (das wird aber so gut es irgendwie geht vermieden) oder wenn es etwas ist, dass ich wirklich nicht möchte oder in dem Moment einfach nicht kann (weil ich krank bin, etc..). Wichtig ist mir aber, dass ich auch jedes „Nein“ wirklich begründen kann und das versuche ich dann auch so gut es irgendwie geht meinen Tiger zu vermitteln. Die „Nein´s“ häufen sich also, warum dann noch mehr draus machen? So gut es geht, versuche ich auf die Bedürfnisse des Tigers einzugehen und dazu gehört für mich auch, dass ich ihn probieren lasse – immer und überall. Ich möchte ihn nicht durch übertriebene Vorsicht oder durch Demotivation (weil ich gerade keine Lust zum rausgehen habe) einschränken. Ich habe auch das Gefühl, seit ich vermehrt auf seine Wünsche eingehe und „Nein´s“ wann immer es geht vermeide, kommt auch er mir öfter entgegen. Es ist toll, dieses gegenseitige Ernst nehmen und den Respekt bewusst zu erleben – das ist für uns der richtige Weg!

Das „Nein“ schreibe ich unter Anführungszeichen, da es dieses Wort bei uns eigentlich nicht gibt. Ein „Nein“ wird meist in einem persönlichen „Ich möchte nicht, weil…“ bzw. noch besser in einem persönlichen, positiven Satz erklärt. Und auch, wenn manche Dinge sehr oft erklärt werden müssen, bis es dem Tiger klar ist, ist es den Zeitaufwand wirklich wert!

Und nebenbei liebe ich es, wenn wir bereits so etwas wie erste Dialoge miteinander führen – wenn mir unser Tiger in die Augen sieht, während ich mit ihm spreche und er auch so etwas wie eine Antwort gibt.

Allen Mamis noch einen schönen Muttertag 🙂

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Ein Kommentar zu “Warum nicht?

  1. Pingback: Montessori für uns! | Tigers großes Abenteuer

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